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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Die  ersten  Entwickelungsvorgänge  im  Thierei  und  Fcetus.

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innere  Stränge  (aa),  zwei  vordere  äussere  Stränge  (bb),  zwei  hintere, ­
  äussere  Stränge  (ec),  zwei  hintere  innere  Stränge  (rid).
Zu  diesen  tritt  noch  der  Keim  ee,  mithin  ein  neuer  Strang(Fig.  107,
ee)  der  den  künftigen  Seitenstrang  darstellt.  In  den  seitlichen  Mulden ­
  treten  Nerven  ein  und  aus;  und  da  jede  dieser  Seitenmulden
eine  Einstülpung  der  Pia  inater  erhält,  sind  auch  die  Nervenwurzel
von  dieser  scheidenartig  umgehen  und  isolirt.
Nach  dem  Gesagten  wird  es  leicht  sein,  die  verschiedenen
Formen,  welche  die  graue  Masse  an  verschiedenen  Stellen  des
Rückenmarkes  darbietet  auf  die  ursprünglichen  Entwickelungsgesetze
zurückzuführen.
Während  das  Rückenmark  frühzeitig  schon  seine  Ausbildung
erreicht,  ist  der  Kopf  des  Embryo  noch  ein  häutig  blasiges  Gebilde,
dessen  Metamorphosen  vergleichsweise  langsam  von  Statten  gehen.
Ich  werde  dieselben  soweit  sie  in  diesem  zweiten  Zeiträume  der  Entwickelung ­
  nach  und  nach  ablaufen  der  Reihe  nach  verfolgen,  ohne
die  Darstellung  durch  Zahlenbeweise  zu  unterbrechen.
An  dem  vorderen  Ende  der  Primitivrinne  zwischen  den  beiden
Leibesblasen  befindet  sich  ein  kugelförmiges  Blastem,  welches  durch
Spaltung  in  ein  Kopf-  und  in  ein  Halsblastem  übergeht  (Fig.  121).
Zur  genauen  Orientirung  werde  ich  die  Blase  A  die  Kopfblase,
die  Keimblase  B  die  Halsnackenblase  nennen.  Sie  sind  natürlich
einerseits  von  dem  allgemeinen  Überzüge  des  Centralkeimes,  andererseits ­
  ganz  nach  Art  der  bisher  beschriebenen  Keime  im  ersten  Momente ­
  der  Bildung  von  einer  zarten  membranenartigen  Schicht  umgeben. ­
  Das  Blastem  des  Raumes  ab  (Fig.  121)  der  rings  um  beide
Keime  äquatorial  herumgeht,  ist,  wie  bisher  immer  so  auch  hier,
"egen  seiner  völligen  Durchsichtigkeit  nicht  zu  sehen,  jedoch
lür  die  spätere  Entwickelung  äusserst  wichtig;  diesen  Raum  werde
ich  und  zwar  seinen  hinteren  Theil  (a  Fig.  121)  Hirnnackenrinne,
seinen  vorderen  Theil  (b)  Hirnkieferrinne  nennen.  Die  anfangs  ganz
homogenen  Blasteme  A  und  B  zeigen  sehr  bald  die  bekannte  Spaltung
«ud  jedes  übergeht  in  der  gewöhnlichen  Weise  in  einen  zart-  und
dünnwandigen  Keim.  Diesen  so  eben  beschriebenen  Vorgang  habe
ich  übrigens  nicht  bloss  aus  analogen  Fällen  erschlossen,  sondern  in
der  1  hat  beobachtet.  So  haben  sich  das  Hirn-  und  Nackenblastem
•ds  Hirn-  und  Nackenkeim  gestaltet.  Beide  ragen  anfangs  aus  der
Ebene  der  Leibesblasen  noch  nicht  heraus,  da  sie  keine  so  beträcht-Sitzb
 -  ü-  mathem.-naturw.  CI.  XI.  Bd.  II.  Hft.

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