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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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E  ngel.

sichtigkeit  als  Lücke  wie  bereits  oben  angedeutet  wurde.  Jeder  der
beiden  Rückenmarkskeime  unterliegt  aber  einer  neuen  Spaltbildung
(Fig.  105)  und  hierdurch  wird  in  der  Mitte  des  Keimes  ein  Raum  a
geschaffen,  der  unter  dem  Namen  des  Rückenmarkscanales  hinlänglich ­
  bekannt  ist.  Dass  dieser  Raum  nur  ein  vorübergehendes  Holilgebilde
  ist,  dass  die  in  ihm  enthaltene  Flüssigkeit  eigentlich  ein
flüssiges  Rlastem  darstellt,  braucht  nicht  erst  erörtert  zu  werden.
Durch  die  bisherige  Metamorphose  hat  aber  das  ganze  Rückenmark ­
  eine  andere  Form  angenommen;  es  ist  besonders  in  der  Richtung ­
  von  vorn  nach  hinten  mehr  verlängert  (Fig.  105),  fast  von
parallelogrammartiger  Gestalt  mit  abgerundeten  Ecken;  der  Riickenmarkscanal
  ist  am  Querschnitte  eine  lang  gezogene,  in  ihrer  Mitte
leicht  erweiterte  Spalte,  die  nach  hinten  offen,  nach  vorne  durch
eine  dünne  Marklamelle  überbrückt  ist.
Vielleicht  ist  es  hier  nicht  am  Unrechten  Platze  alle  die  weiteren
Veränderungen  zu  erwähnen,  welche  das  Rückenmark  Lei  der  ferneren ­
  Ausbildung  eingeht.  Ich  habe  diese  natürlich  nicht  alle  direct
beobachtet,  aber,  gestützt  auf  die  bisherigen  Vorgänge,  dünkt  es  mir
nicht  so  schwer  zu  sein,  den  Entwickelungsgang  aller  später  hinzutretenden ­
  Theile  in  befriedigender  Weise  zu  erklären.  Der  Vorgang
wäre  hiernach  folgender:
Jeder  der  4  Rückenmarkskeime  (Fig.  105)  unterliegt  einer
neuerlichen  Spaltung,  wodurch  acht  Keime  entstehen.  Jedes  der
beiden  hinteren  Paare  bildet  durch  eine  kreuzweise  Furchung  in  der
mehrmal  schon  erwähnten  Weise  einen  Markraum  (Fig.  106,  m),
die  zwei  vorderen  Paare  dagegen  bleiben  bis  auf  ihre  sich  berührende ­
  Mitte  getrennt,  und  es  entsteht  sonach  die  in  Fig.  106  angedeutete ­
  Form,  die  hierdurch  gebildete  im  Innern  des  Rückenmarkes
hervortretende  Form  wird  nach  und  nach  in  graue  Masse  umgebildet
und  so  entsteht  (Fig.  107)  die  graue  Masse  des  Rückenmarkes  mit  den
beiden  hinteren  kolbigen  Enden  (hinteren  grauen  Hörnern),  den  beiden
nach  vorne  gekrümmt  zulaufenden  spitzen  Enden  (vorderen  grauen
Hörnern),  den  seitlich  gegen  das  Mark  auslaufenden  Zacken,  und
der  mittleren  breiten  die  seitlichen  Hörner  verbindendenMasse(Kernstrang).
  An  der  peripherischen  Schicht  des  Rückenmarkes,  die  sich
zur  weissen  Substanz  umstaltet,  bemerkt  man  die  aus  der  früheren
Spaltung  entstandenen  Kerbungen,  wodurch  die  Stränge  des  Markes
gebildet  werden,  und  man  hat  sonach  (Fig.  107)  zwei  vordere,
            
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