Die ersten Entwickelungsvorgänge im Thierei und Foetus.
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ein eigener Abschnitt der Leibesblasen bestimmt, für die Gefässe
aber gilt allenthalben, für die grössten sowohl wie für die kleinsten
die allgemeine Regel: dass ihre Blasteme, wie dies für die Capillaren
oben bereits auseinandergesetzt worden, zwischen den Keimen,
da wo sich mehrere derselben berühren, entstehen. So ist es daher
möglich, aus einer aufmerksamen Betrachtung der Keime und ihrer
weiteren Veränderung und Theilung einerseits den Lauf der künftigen
Gefässe genau anzugeben, und zu zeigen wie sich diese Röhren entwickeln
müssen; andererseits wird aber auch aus der Lage der
Gefässe auch die Lage und Verbindung der ursprünglichen Keime
geschlossen werden können, — eine nicht minder interessante als
für die Entwickelungsgeschichte höchst fruchtbare Arbeit.
Indem ich vorläufig von der Entwickelung des Herzens ganz
abselie, will ich nur den Blutgefässlauf beschreiben, der dieser
Periode eigen ist, und aus der ersten Form des Keimes und seiner
nächsten Metamorphosen hervorgeht. Wie diese Formen des Keimes
ist auch er nur ein vorübergehender, wie einzelne Theile des Keimes
verkümmern, gehen auch die dazu gehörigen Gefässbahnen zu Grunde,
und der Zweck der in der ersten Embryonalzeit so häufigen Veränderungen,
dieses Gefäss-Apparates ist ohne Annahme meiner eben
vorgetragenen Entwickelungslehre — so wage ich hier auszusprechen
— geradezu unverständlich.
Wie es herkömmlich ist, werde ich den Gefäss-Apparat der
ganzen Keimschicht von jenem des Foetus selbst oder des Centralkeimes
unterscheiden: es geschieht dies der leichten Übersicht
halber, wenngleich beide Gefäss-Systeme in einander übergehen.
Betrachtet man in der ersten Entwickelungsperiode die Keimschicht
mit der Embryonalblase (Gefässhof, dunklen und hellen
Fruchthof) von oben, so erkennt man in den erst erschienenen Gelassen
deutlich die ersten Furchungen der Keimschicht und in den
Gefässbahnen dje Zwischenräume der sich berührenden Keime. Es
entspricht das Randgefäss (Fig. 86, 87) (bekannt unter dem Namen
1 c»iß oder Sinus terminalis) dem Umfange der ganzen Keimschicht,
und liegt sonach am Ende der grossen, horizontalen Spalte,
in welche das Plasma der Keimschicht (Fig. 90 bei b) zerfallen
"ar, bevor noch die Bildung der Embryonalblase statthatte. Dieser
Sinus terminalis biegt an dem Kopf-Ende des Foetus gegen diesen
letzteren und von hieraus gegen dieBauchseite des Foetus bogenartig