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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Die  ersten  Entwickelungsvorgänge  im  Thierei  und  Foetus.

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ein  eigener  Abschnitt  der  Leibesblasen  bestimmt,  für  die  Gefässe
aber  gilt  allenthalben,  für  die  grössten  sowohl  wie  für  die  kleinsten
die  allgemeine  Regel:  dass  ihre  Blasteme,  wie  dies  für  die  Capillaren
  oben  bereits  auseinandergesetzt  worden,  zwischen  den  Keimen,
da  wo  sich  mehrere  derselben  berühren,  entstehen.  So  ist  es  daher
möglich,  aus  einer  aufmerksamen  Betrachtung  der  Keime  und  ihrer
weiteren  Veränderung  und  Theilung  einerseits  den  Lauf  der  künftigen
Gefässe  genau  anzugeben,  und  zu  zeigen  wie  sich  diese  Röhren  entwickeln ­
  müssen;  andererseits  wird  aber  auch  aus  der  Lage  der
Gefässe  auch  die  Lage  und  Verbindung  der  ursprünglichen  Keime
geschlossen  werden  können,  —  eine  nicht  minder  interessante  als
für  die  Entwickelungsgeschichte  höchst  fruchtbare  Arbeit.
Indem  ich  vorläufig  von  der  Entwickelung  des  Herzens  ganz
abselie,  will  ich  nur  den  Blutgefässlauf  beschreiben,  der  dieser
Periode  eigen  ist,  und  aus  der  ersten  Form  des  Keimes  und  seiner
nächsten  Metamorphosen  hervorgeht.  Wie  diese  Formen  des  Keimes
ist  auch  er  nur  ein  vorübergehender,  wie  einzelne  Theile  des  Keimes
verkümmern,  gehen  auch  die  dazu  gehörigen  Gefässbahnen  zu  Grunde,
und  der  Zweck  der  in  der  ersten  Embryonalzeit  so  häufigen  Veränderungen, ­
  dieses  Gefäss-Apparates  ist  ohne  Annahme  meiner  eben
vorgetragenen  Entwickelungslehre  —  so  wage  ich  hier  auszusprechen ­
  —  geradezu  unverständlich.
Wie  es  herkömmlich  ist,  werde  ich  den  Gefäss-Apparat  der
ganzen  Keimschicht  von  jenem  des  Foetus  selbst  oder  des  Centralkeimes ­
  unterscheiden:  es  geschieht  dies  der  leichten  Übersicht
halber,  wenngleich  beide  Gefäss-Systeme  in  einander  übergehen.
Betrachtet  man  in  der  ersten  Entwickelungsperiode  die  Keimschicht ­
  mit  der  Embryonalblase  (Gefässhof,  dunklen  und  hellen
Fruchthof)  von  oben,  so  erkennt  man  in  den  erst  erschienenen  Gelassen ­
  deutlich  die  ersten  Furchungen  der  Keimschicht  und  in  den
Gefässbahnen  dje  Zwischenräume  der  sich  berührenden  Keime.  Es
entspricht  das  Randgefäss  (Fig.  86,  87)  (bekannt  unter  dem  Namen
1  c»iß  oder  Sinus  terminalis)  dem  Umfange  der  ganzen  Keimschicht, ­
  und  liegt  sonach  am  Ende  der  grossen,  horizontalen  Spalte,
in  welche  das  Plasma  der  Keimschicht  (Fig.  90  bei  b)  zerfallen
"ar,  bevor  noch  die  Bildung  der  Embryonalblase  statthatte.  Dieser
Sinus  terminalis  biegt  an  dem  Kopf-Ende  des  Foetus  gegen  diesen
letzteren  und  von  hieraus  gegen  dieBauchseite  des  Foetus  bogenartig
            
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