262
Engel.
oberen Theile des Fcetus gibt es im Allgemeinen ähnliche Verhältnisse;
doch aber auch im Einzelnen kleine Verschiedenheiten, welche
füglich später abgehandelt werden.
Sichtbar — ohne Zusatz eines trübenden Mediums — ist an den
Leibwänden zuerst das Stück kl, Fig. 98, von dem Rumpfsäulenkeime
bis zum Leibeskeime; dieser Theil führt bei Baer und den Schriftstellern
die ihm gefolgt sind, den Namen der Bauch- oder Visceralplatten,
und hat eine allmählich kantig zulaufende, leicht eingebogene
Durchschnittsform: später trübt sich das Stück m l und der Fcetus
scheint sich nun mit den Visceralplatten einwärts zu krümmen und
von der Keimblase abzuschnüren; am längsten durchsichtig und
daher nicht zu erkennen (ohne Zusatz trübender Flüssigkeiten) ist
das Stück mn der Figur 98 und der Leib des Fcetus erscheint
daher nach vorne offen.
Würde man den Fcetus nicht im Querschnitte, sondern in der
seitlichen Längenansicht betrachten, so würde das Bild ungefähr
dieses sein müssen: der Leib des Fcetus würde aus einer dünnhäutigen
Gallertblase bestehen (Fig. 97). Im Innern dieser Blase
fänden sich zwei einander berührende etwas minder durchscheinende
Blastem-Kugeln Aß; an der Rückseite des Fcetus müsste man die
ersten Anfänge der Rumpfsäule mit der Kopfblase, theils zur Hälfte
zwischen die beiden seitlichen Leibesblasen hineingesenkt, theils aus
denselben zur Hälfte herausragend erblicken, die dem Kopf und
Schwanz-Ende anhängenden an jeder Seite aus zwei unter einem
spitzen Winkel sich vereinigende Blättern bestehenden Blastemlagen
b c d (Fig. 90) wären die Durchschnittsfiguren des sogenannten Gefässblattes.
Doch gestehe ich offen, dass die Figur 97 nur eine
ideale ist, die ich mir aus.den bisherigen Vorgängen zusammengestellt
habe. Ich habe leider die Gelegenheit versäumt, passende
Präparate anzufertigen, die als Belege des Gesagten dienen könnten.
Nur an mehr entwickelten Embryonen unterliess ich es nicht zahlreiche
Längenschnitte zu machen, und man wird sich, glaube ich,
später überzeugen, dass meine Deduction keine irrige ist.
Während nun der grösste Theil der Leibes Wandungen, die
an die Rumpfsäule zunächst anstossenden Theile ausgenommen, noch
völlig durchsichtig ist, beginnt bereits die Entwickelung der Gefässe
und des Herzens, und in rascher Aufeinanderfolge bilden sich die
verschiedenen Formen des Kreislaufs-Apparates. Für das Herz ist