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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Die  ei-sten  Entwickelungsvorgänge  im  Thierei  und  Fcetus.  247

Schicht  überbrückt  werden.  Die  Primitivrinne  ist  hier  nicht  zu  sehen;
der  minder  durchsichtige  Keim  der  Rumpfsäule  schimmert  aber
durch  die  durchsichtigen  Leibeskeime  als  ein  schmaler  halbmondartiger
  Streif  durch.  Mit  der  Entwickelung  der  Keime  der  Rumpfsäule ­
  erscheint  das  vordere  Ende  (Kopf-Ende  dieses  halbmondförmigen ­
  Streifens)  kolbig  angeschwollen  und  aus  den  Leibesblasen  des
Fcetus  etwas  hervorgetreten  (Fig.  97),  was  man  als  ein  Zeichen  der
Abschnürung  des  Fcetus  über  die  Ebene  der  Keimhlase  bisher  angesehen ­
  hat.
Ich  habe  diese  ganze  Entwickelung  nicht  durch  eingestreute
Messungen  unterbrechen  wollen  und  trage  nun  das  Versäumte  nach.
Ich  habe  an  einer  nicht  unbedeutenden  Zahl  von  Hühner-Embryonen ­
  Messungen  sowohl  an  den  einzelnen  Wirbelplättchen,  als  an
dem  Keime  der  Wirbelkörper  und  endlich  an  dem  ganzen  Rumpfsäulenkeime ­
  angestellt.  Diese  sind  in  der  Absicht  unternommen  worden, ­
  zu  zeigen,  dass  deren  Entwickelung  überhaupt  aus  dem  von  mir
mit  dem  Namen  „Keim“  belegten  Gebilden  hervorgegangen  ist,  dass
mithin  diese  doch  schon  sehr  zusammengesetzten  Theile  des  thierisclien
  Organismus  keine  andere  Ur-  oder  Anfangsform  haben  als  jene
des  Blastems,  des  Keimes  und  der  Zelle.
Meine  Messungen  beginnen  an  dem  Keime  der  Rumpfsäule.  Verhält ­
  er  sich  wirklich  wie  ein  aus  der  Spaltung  und  nachherigen  Verschmelzung ­
  homologer  Theile  eines  Blastems  hervorgegangener  Keim,
so  muss  auf  ihm  und  alle  in  ihm  enthaltenen  Gebilde  die  Formel
S=m  M-\-1  anwendbar  sein,  wobei  m  den  höchsten  Werth,  die  Zahl  4,
ferner  aber  auch  die  ganzen  Zahlen  3  oder  2  bedeuten  kann,  oder
selbst  eine  zwischen  diesen  Zahlen  liegende  gemischte  Zahl  von
bestimmten  Werthen  vorstellt.  Ich  habe  daher  an  Hühner-Embryonen
folgende  Bestimmungen  vorgenommen  und  auf  diese  die  Berechnungen ­
  basirt:
1.  Ich  muss  die  grösste  Entfernung  zweier  Wirbelplättchen  von
einander  (Fig.  109  a,  b),  2.  ihre  kleinste  Entfernung  (c,d)  und  3.  in
einigen  Fällen  auch  die  Breite  des  Rückenmarkes.  Die  Linie  a  b
wurde  als  die  grösste  Breite  des  Rumpfsäulenkeimes  angenommen,
um  die  Einheit  vermindert,  dann  in  2,  3  oder  4  Theile  zerlegt.  Die
so  berechneten  Grössen  waren  nun  den  gefundenenen  vollkommen
gleich,  oder  um  die  Hälfte,  um  %,  i/ 4 ,  2 / 3 ,  3 / 4  des  nächstanliegenden
Thciles  zu  vergrössern,  um  dem  Resultate  der  Messung  gleichzu-
            
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