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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Engel.

Primitivrinne  dient  zur  Aufnahme  ähnlicher  Blasteme,  welche  sich
natürlich,  was  Form  betrifft,  eben  der  Form  der  Primitivrinne  anpassen ­
  müssen  und  daher  an  dem  oberen  und  unteren  Ende  derselben
gerade  so  wie  diese  Rinne  leicht  erweitert,  mit  einer  kolbigen  Anschwellung ­
  an  diesen  beiden  Endpunkten  nufhören.  Dieses  Blastem
an  diesen  kolbigen  Anschwellungen  ist  anfangs  homogen,  doch  sondert
es  sich  bald  in  der  bekannten  Weise  in  Wand  und  Inhalt;  aber  während ­
  die  Keime  in  der  Mitte  des  Foetus  bereits  die  Wirbelblättchen
entwickeln,  läuft  das  obere  und  untere  Ende  der  Primitivrinne  noch
in  einfache  blasige  Keime  aus  (Fig.  95.)  Die  obere  kolbige  Anschwellung ­
  entwickelt  sich  bald  zum  Gehirne  in  der  unten  zu  beschreibenden
Weise;  die  untere  Anschwellung  (Fig.  95  b,  c),  deren  Wände  übrigens ­
  selten  eine  ganz  deutliche  Abgrenzung  zeigen,  ist  unter  dem
Namen  des  Sinus  rhomboideus  hinlänglich  bekannt.
So  entwickeln  sich  in  der  Primitivrinne,  wie  ich  glaube  annehmen ­
  zu  können,  drei  verschiedene  Keime  der  Rumpfsäule,  welche  ich
als  vorderen,  mittleren  und  hinteren  (oder  oberen,  mittleren  und  unteren) ­
  Keim  bezeichnen  werde.  Von  diesen  Keimen  entwickelt  sich
der  vordere  zum  Kopfe  und  Halse;  der  mittlere  zum  Brust-,  Lendenund
  Sacraltheile  der  Wirbelsäule;  der  unterste  zum  Systeme  der  Steissund
  Schwanzwirbel  und  der  ihnen  angehörigen  Musculatur.  Es  wird
sich  zeigen,  dass  aus  der  Entwickelung  dieser  Theile  in  der  zwischen
rundlichen  Blastemen  verlaufenden  Primitivrinne  gerade  jene  Curvaturen
  hervorgerufen  werden,  welche  man  theils  als  Nackenbeuge
beim  Foetus  beschreibt,  theils  als  normale  Krümmungen  des  Rückgrates ­
  schon  an  Neugebornen  beobachtet.
Durch  die  Ausbildung  der  verschiedenen  Theile  des  Rumpfsä ­
  ulen  keimes,  hat  nun  auch  die  ganze  Keimmasse  eine  andere
Form  erhalten.  Früher  ähnelte  sie  einem  von  oben  nach  unten  flachgedrückten ­
  Bläschen,  das  kaum  eine  merkliche  Hebung  an  der  Bedckkung
  des  Centralkeimes  hervorrief,  nun  aber  ist  ihr  Querschnitt  mehr
rundlich  geworden  (Fig.  99)  und  sie  bildet  eine  deutliche  Hervorragung
an  der  Rückenseite  des  Embryo.
Nun  wird  es  auch  nothwendig  sein,  den  Centralkeim  in  dieser
Entwickelungsperiode  von  der  Seite  zu  betrachten,  wie  er  durch  die
bereits  fertige  Amnionhaut  sich  darstellt.  Von  der  Seite  können
anfangs  nur  eine,  dann  zwei  Blasteme  (Fig.  96  und  97)  gesehen  werden ­
  ,  welche  an  der  Berührungsstelle  von  einer  feinen,  hautartigen
            
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