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Engel.
Primitivrinne dient zur Aufnahme ähnlicher Blasteme, welche sich
natürlich, was Form betrifft, eben der Form der Primitivrinne anpassen
müssen und daher an dem oberen und unteren Ende derselben
gerade so wie diese Rinne leicht erweitert, mit einer kolbigen Anschwellung
an diesen beiden Endpunkten nufhören. Dieses Blastem
an diesen kolbigen Anschwellungen ist anfangs homogen, doch sondert
es sich bald in der bekannten Weise in Wand und Inhalt; aber während
die Keime in der Mitte des Foetus bereits die Wirbelblättchen
entwickeln, läuft das obere und untere Ende der Primitivrinne noch
in einfache blasige Keime aus (Fig. 95.) Die obere kolbige Anschwellung
entwickelt sich bald zum Gehirne in der unten zu beschreibenden
Weise; die untere Anschwellung (Fig. 95 b, c), deren Wände übrigens
selten eine ganz deutliche Abgrenzung zeigen, ist unter dem
Namen des Sinus rhomboideus hinlänglich bekannt.
So entwickeln sich in der Primitivrinne, wie ich glaube annehmen
zu können, drei verschiedene Keime der Rumpfsäule, welche ich
als vorderen, mittleren und hinteren (oder oberen, mittleren und unteren)
Keim bezeichnen werde. Von diesen Keimen entwickelt sich
der vordere zum Kopfe und Halse; der mittlere zum Brust-, Lendenund
Sacraltheile der Wirbelsäule; der unterste zum Systeme der Steissund
Schwanzwirbel und der ihnen angehörigen Musculatur. Es wird
sich zeigen, dass aus der Entwickelung dieser Theile in der zwischen
rundlichen Blastemen verlaufenden Primitivrinne gerade jene Curvaturen
hervorgerufen werden, welche man theils als Nackenbeuge
beim Foetus beschreibt, theils als normale Krümmungen des Rückgrates
schon an Neugebornen beobachtet.
Durch die Ausbildung der verschiedenen Theile des Rumpfsä
ulen keimes, hat nun auch die ganze Keimmasse eine andere
Form erhalten. Früher ähnelte sie einem von oben nach unten flachgedrückten
Bläschen, das kaum eine merkliche Hebung an der Bedckkung
des Centralkeimes hervorrief, nun aber ist ihr Querschnitt mehr
rundlich geworden (Fig. 99) und sie bildet eine deutliche Hervorragung
an der Rückenseite des Embryo.
Nun wird es auch nothwendig sein, den Centralkeim in dieser
Entwickelungsperiode von der Seite zu betrachten, wie er durch die
bereits fertige Amnionhaut sich darstellt. Von der Seite können
anfangs nur eine, dann zwei Blasteme (Fig. 96 und 97) gesehen werden
, welche an der Berührungsstelle von einer feinen, hautartigen