Die ersten Entwickelungsvorgiinge im Thierei und Fostus. 248
Anscheine nach an den Processus spinosi der Wirbel befestigt, von
diesen zu den Processus transversi über die kleinen Muskeln der
Wirbelsäure (Musculus multifidus, semispinalis) sich hinüberspannt,
die Musculi rhomboidei, cucullares, splenii, biventres, serrati,
quadrati lumborum, die sämmtlich anders gelagerten Keimen angeboren,
scharf von der eigentlichen Rumpfsäule abtrennt, ihnen nur
wenig Anhaltspunkte über den vorragenden Knochenstücken gewährend
und dann zwischen die Querfortsätze der Wirbel hindurchlaufend
an der vorderen Fläche der Körper der Wirbel als Apparatus ligamentosus
an denselben sich ausbreitet. Je mehr die Ausbildung
der Rumpfsäule vorschreitet, desto verhältnissmässig dünner wird
diese ursprüngliche äussere Haut des Keimes, bis sie endlich nach
völliger Ausbildung die zarte (nur in der Lendengegend mächtiger
liervortretende) tiefe Rücken-Aponeurose darstellt.
Vorläufig bemerkt, geht die Entwickelung der Fascien aller
Orten in ganz gleicher Weise vor sich, d. h. allenthalben entspricht
der Lauf und die Vertheilung derselben der ursprünglichen Lagerung
der Keime und überall wird es möglich sein, die Verhältnisse der
Fascien in den Uranfängen des Organismus zu erkennen. Die eigentliche
Bedeutung und verwickelte Anordnung der Fascien wird daher
erst aus der Entwickelungsgeschichte vollkommen klar.
Es wird nun an der Zeit sein, die weitere Entwickelung der
Primitivrinne zu verfolgen, und zu diesem Zwecke ist es nothwendig,
dieselbe in der Bauchlage des Fcetus zu betrachten (d. h. so dass der
Fcetus dem Beobachter die Rückenfläche zuwendet). Hierbei muss
ich wieder von der ersten Form des Centralkeimes ausgehen.
Der Centralkeim bot von der Rückenseite des künftigen Fcetus aus
gesehen die Form von vier an einander stossenden, von einer gemeinsamen
Hülle umschlossenen, Blasen dar, von denen das vordere Paar bald
grösser wird als das hintere. Wo diese Blasen Zusammentreffen, bilden
sie Rinnen, von denen die grössere und wichtigste in der Längenaxe
des Fcetus verläuft und (unter dem Namen der Primitivrinne) zur
Aufnahme der Keime für die Rückensäule bestimmt ist (Fig. 94, 95).
Zwischen den vier Blasen an der Vereinigungsstelle derselben nämlich
ist diese Primitivrinne leicht erweitert (Fig. 94 a, &), und gerade
diese Stelle dient zur Aufnahme der ersten Keime der Rückensäule
hier entwickeln sich die ersten Wirbelplättchen und die breitesten
derselben liegen daher in der Mitte. Aber die ganze Länge der