Die ersten Entwickelungsvorgiinge im Thierei und Fcetus. 243
vertebrales) an. Wie oben angegeben wurde, erscheint die erste
Anlage derselben als formloses Blastem zu beiden Seiten und zwischen
den Keimen für das Rückenmark und die Wirbelkörper von oben
her gesehen in Form zweier, den Wirbelcanal an beiden Seiten umgebender
undurchsichtiger Streifen (Fig. 103 g, li) In jedem dieser
Streifen ist aber eine Trennung in einzelne Keime bald zu bemerken.
Die Form dieser Keime von oben her gesehen ist anfangs eine vollkommen
kreisrunde (Fig. 108), welche erst später in eine viereckige
(wie sie, da man die erste Form übersiebt, gewöhnlich angegeben
wird) übergeht (Fig. 109). Unter günstigen Verhältnissen bemerkt
man in jedem dieser Wirbelplättchen einen dunkleren Kreis, in diesem
zuweilen einen zweiten; ich werde bald Gelegenheit haben, hierauf
näher zurückzukommen. Die Entwickelung der Wirbelplättchen
beginnt zuerst in der Mitte des Foetusleibes, oben und unten übergehen
dieselben anfangs noch in formloses Blastem. Sie sind beim
Beginn ihrer Bildung noch nicht zu isoliren; später gelang es mir
an Querschnitten in gehärteten Embryonen leicht, sie ganz isolirt
darzustellen. Diese Wirbelplättchen bilden sich zur Wurzel des
Wirbelbogens und dem an derselben anhängenden Querfortsatz
des Wirbels aus, ihre vollständige Verwachsung init den eigentlichen
Wirbelbögen (Fig. 102 mm), (den sogenannten Kämmen
der Rückenplättchen nach Bär), findet erst nach der Geburt
Statt.
Die Entwickelung des Wirbelkörpers ist wegen der lange bleibenden
Durchsichtigkeit der Tlieile bisher am wenigsten genau beobachtet
und gedeulet worden. Sein Blastem liegt (Fig. 100 e) gerade
jenem des Rückenmarkes an; und hat wie dieses eine oblonge Form
mit querer Lagerung. Durch rasch eintretende senkrechte Spaltung
bildet sich ein Markranm, Kern und Aussenwall; ersterer, der Markraum
nämlich, ist am deutlichsten durch seine mindere Durchsichtigkeit
erkennbar und erscheint sowohl an Transversalschnilten als auch
bei der Betrachtung des Foetus von oben. Die Fig. 102 c stellt ihn
im Querschnitte dar; die Figur 110 zeigt dagegen seinen mittlersten
Thcil in der Längenrichtung von oben her gesehen. Die Bildung
dieser letzteren Figur wird aus Fig. 111, 112 deutlich, welche eine
Übersicht der ursprünglichen Spaltungen der Blasteme der Wirbelkörper
geben. Bekanntlich entwickelt sich in dem Markraume des
Wirbelblastems bei einigen Thieren die Chorda dorsalis; bei Menschen