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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Die  ersten  Entwickelungsvorgänge  im  Tinerei  und  Foetus.

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sind  längst  unter  dem  Namen  der  Rückenplättchen  oder  Wirbelblättclien
  bekannt;  diesen  Namen  werde  ich  auch  ferner  für  sie  beibehalten. ­
  Am  wenigsteil  rückt  der  unterste  Keim  (c)  in  seiner  Entwickelung
vor,  er  bleibt  lange  so  durchsichtig,  dass  er  übersehen  werden  konnte,
er  ist  der  Keim  für  den  Wirbelkörper.  Durch  das  rasche  Wachsen  der
Wirbelblättchen,  Fig.  101,  ist  die  Primitivrinne  oder  Rückenmulde  des
Foetus  ganz  ausgefüllt  und  die  Rumpfsäule  erscheint  fast  von  derselben
Breite  aber  viel  geringerer  Dicke  wie  die  ganze  Embryonalblase.  Die
Riiekenplättchen  liegen  platt  an  dem  Rückenmarkskeime  an;  letzterer
ist  noch  in  seinem  organischen  Entwickelungsproeesse  begriffen,  während ­
  die  Wirbelblättchen  schon  als  Keime  ihre  Vollendung  erreicht
haben,  daher  ist  an  ihm  noch  eine  senkrechte  Spaltung  erkennnbar,
wodurch  er  im  Querschnitte  gesehen  die  Form  der  102.  (a)  Figur
darbietet.  Das  an  dem  Rückenmarkskeime  zu  beiden  Seiten  befindliche
Blastem  Fig.  102  mm  ist  unter  dem  Namen  der  Kämme  der  Rückenplatten ­
  (laminae  dorsales),  welche  zu  oberst  gegen  einander  neigen,
bekannt,  es  wird  erst  später  sichtbar  und  bildet  die  eigentlichen
Wirbelbögen.  Die  Bauchplatten  dagegeu  sind  die  Seitenwände  des
Foetusleibes  seihst  (Fig.  99  a,  b).
Betrachtet  man  den  Foetus  an  dessen  Rückseite  (Fig.  103),
so  erscheint  in  der  Längenaxe  desselben  bekanntlich  ein  von  zwei
breiteren  dunklen  Contouren  eingeschlossener  heller  Streif  («5),  letzterer ­
  ist  die  mittlere  Spalte  im  Rückenmarkskeime  (Fig.  102,  a),  die
beiden  dunklen  Contouren  (ef)  sind  als  die  Kämme  der  Laminae  dorsales ­
  be  schrieben,  und  entsprechen  den  Keimen  (Fig.  102,  mm'),  der
Wirbelbögen.  Zu  beiden  Seiten  der  Nota  ■primitiva  (Fig.  103  a,  b)
ist  ein  minder  durchsichtiges  Plasma  angehäuft,  welches  den  beiden
Hälften(Fig.  102  nn)  des  Rückenmarkskeimes  entspricht.  Hieran  stossen
  die  Seitentheile  der  Rumpfsäule  (Fig.  100  b,  b'),  in  diesem  entwikkeln
  sich  diq  Laminae  vertebrales,  Wirbelplättchen  (Fig.  103  (j,  h);
ihnen  zunächst  nach  aussen  liegt  eine  vierte  Schicht  undurchsichtigen
Blastems  (Fig.  103  l,  rn)  das  nach  aussen  hin  weniger  begrenzt
erscheint,  es  ist  die  Seitenwand  des  Foetusleibes  (Fig.  99,  ab)  und
bekannt  unter  dem  Namen  der  Bauchplatten.
Ich  werde  nun  die  einzelnen  Theile  der  Rumpfsäule  in  ihrer
weiteren  Entwickelung  verfolgen  so  weit  sie  in  diese  Periode  des
Fffituslebens  gehört  und  beginne  mit  der  Entwickelung  des  Rückenmarkskeimes.

            
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