Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

240

Engel.

Das  scheinbare  Abschnüren  und  Überwachsen  des  Foetus  wird
noch  dadurch  täuschender,  dass  von  den  verschiedenen  Fcetustheilen
in  der  Tliat  die  Leibeswände  des  Foetus  an  der  Rückenseite  zuerst
eine  weisse  Farbe  und  Undurchsichtigkeit  erhalten,  somit  beobachtet
werden  können,  während  die  inneren  Tlieile  durch  ihre  Durchsichsigkeit
  sich  der  Beobachtung  gänzlich  entziehen,  und  nur  durch
künstliche  Härtungsmittel  dargestellt  werden  können;  ja  seihst  nach
Anwendung  von  Weingeist  trennt  sich  bei  Querdurchschnitten  des
Foetus  der  mittlere  Theil(Fig.  98,  mn)  von  dem  peripheren  Theile  und
fällt  aus  diesem  leicht  heraus,  so  dass  der  Foetus  dadurch  eine  halbmondförmige ­
  Form  wirklich  darbietet  und  die  Aussenränder  desselben
gegen  einander  sich  zu  neigen  scheinen.  Dies  mag  zur  Vorstellung
von  der  Abschnürung  des  Foetus  Veranlassung  gegeben  haben,  und
man  sieht  aus  diesem  leicht,  dass  der  Irrthum  in  Betreff  der  Abschnürung ­
  der  Nabelblase  mindestens  sehr  nahe  lag  und  sehr  verzeihlich ­
  war.
Der  in  der  Rückenmulde  (Primitivrinne)  abgelagerte  Keim,
(Fig.  98,  Ä)  wird  als  Keimschicht  der  Rumpfsäule  bezeichnet  werden
können,  da  er  bestimmt  ist,  zur  Bildung  des  Rückenmarkes  mit  seinen
Häuten  und  knöchernen  Bedeckungen  und  den  dazugehörigen  Muskeln ­
  verwendet  zu  werden.  Seine  weitere  Entwickelung  beginnt
zuerst  in  der  Mitte  der  Embryonalblase  oder  des  Centralkeimes,  mithin ­
  an  der  Stelle,  wo  die  vier  Blasen,  in  die  der  Inhalt  dieses  Keimes
sich  gespalten  hatte,  Zusammentreffen  (Fig.  94,  95  a,  Z>).  Betrachtet
man  wieder  die  Formen,  welche  zuerst  aus  ihm  hervorgehen,  so  kann
über  den  ganzen  Hergang  seiner  weiteren  Entwickelung  kein  Zweifel
mehr  bestehen.  Dieser  Hergang  ist  nun  folgender:
Das  ursprüngliche  Blastem  der  Rumpfsäule  gestaltet  sich  auf  einem
Querschnitte  zu  einem  länglichen  Keime,  in  dessen  Merkraume  die
weitere  Entwickelung  vor  sich  geht  (Fig.  100).  In  diesem  äusserst
zartwandigen  Keime  erfolgt  die  Bildung  zweier  weiterer  Keime,  eines
oberen  («)  und  unteren  (e)  Keimes  von  länglich-rundlicher  Form,
dann  zweier  seitlicher  Keime  (b  und  ö')  von  ähnlicher  Gestalt.  Von
diesen  Keimen  entwickelt  sich  am  schnellsten  der  obere  Keim
(Fig.  100  a).  Ich  werde  diesen  Keim  von  nun  an  Rückenmarkskeim
benennen,  denn  das  Rückenmark  mit  seinen  Hüllen  geht  aus  ihm
hervor.  Einer  raschen  Entwickelung  gehen  auch  die  beiden  Seitenkeime
(b  und  ?/)  entgegen,  sie  werden  zu  einem  Tlieile  der  Wirbelbögen  und
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.