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Engel.
Das scheinbare Abschnüren und Überwachsen des Foetus wird
noch dadurch täuschender, dass von den verschiedenen Fcetustheilen
in der Tliat die Leibeswände des Foetus an der Rückenseite zuerst
eine weisse Farbe und Undurchsichtigkeit erhalten, somit beobachtet
werden können, während die inneren Tlieile durch ihre Durchsichsigkeit
sich der Beobachtung gänzlich entziehen, und nur durch
künstliche Härtungsmittel dargestellt werden können; ja seihst nach
Anwendung von Weingeist trennt sich bei Querdurchschnitten des
Foetus der mittlere Theil(Fig. 98, mn) von dem peripheren Theile und
fällt aus diesem leicht heraus, so dass der Foetus dadurch eine halbmondförmige
Form wirklich darbietet und die Aussenränder desselben
gegen einander sich zu neigen scheinen. Dies mag zur Vorstellung
von der Abschnürung des Foetus Veranlassung gegeben haben, und
man sieht aus diesem leicht, dass der Irrthum in Betreff der Abschnürung
der Nabelblase mindestens sehr nahe lag und sehr verzeihlich
war.
Der in der Rückenmulde (Primitivrinne) abgelagerte Keim,
(Fig. 98, Ä) wird als Keimschicht der Rumpfsäule bezeichnet werden
können, da er bestimmt ist, zur Bildung des Rückenmarkes mit seinen
Häuten und knöchernen Bedeckungen und den dazugehörigen Muskeln
verwendet zu werden. Seine weitere Entwickelung beginnt
zuerst in der Mitte der Embryonalblase oder des Centralkeimes, mithin
an der Stelle, wo die vier Blasen, in die der Inhalt dieses Keimes
sich gespalten hatte, Zusammentreffen (Fig. 94, 95 a, Z>). Betrachtet
man wieder die Formen, welche zuerst aus ihm hervorgehen, so kann
über den ganzen Hergang seiner weiteren Entwickelung kein Zweifel
mehr bestehen. Dieser Hergang ist nun folgender:
Das ursprüngliche Blastem der Rumpfsäule gestaltet sich auf einem
Querschnitte zu einem länglichen Keime, in dessen Merkraume die
weitere Entwickelung vor sich geht (Fig. 100). In diesem äusserst
zartwandigen Keime erfolgt die Bildung zweier weiterer Keime, eines
oberen («) und unteren (e) Keimes von länglich-rundlicher Form,
dann zweier seitlicher Keime (b und ö') von ähnlicher Gestalt. Von
diesen Keimen entwickelt sich am schnellsten der obere Keim
(Fig. 100 a). Ich werde diesen Keim von nun an Rückenmarkskeim
benennen, denn das Rückenmark mit seinen Hüllen geht aus ihm
hervor. Einer raschen Entwickelung gehen auch die beiden Seitenkeime
(b und ?/) entgegen, sie werden zu einem Tlieile der Wirbelbögen und