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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Engel.

scliiclit,  welche  nun  zum  Gefassblatte  des  Keimes  geworden  ist.  Die
Embryonalblase  von  oben  her  gesehen,  erscheint  wie  gesagt  als
Fruchthof,  an  welchem  gegen  das  künftige  Kopfende  des  Fretus  eine
Einkerbung  zu  erkennen  ist  (Andeutung  der  ersten  Längentheilung
des  Embryonalbläschens),  während  der  Centralkeim  in  demselben
kaum  mehr  als  in  Form  einer  nebelartigen  Trübung  durch  denselben
hindurchschimmert.  Betrachten  wir  nun  die  weiteren  Veränderungen
im  Centralkeime.
Das  Blastem  des  Centralkeimes  wird  sich  analog  wie  bei  den
bisherigen  Bildungsvorgängen  nach  seiner  Entwickelung  zum  Keime
im  Innern  zuerst  der  Länge  nach  in  2  Theile  spalten  und  daher  auf
einem  senkrechten  Querschnitte  die  Form  der  91.  Figur  darbieten.
Auf  die  erste  Längen  -  Spaltung  folgt  eine  quere  in  eine  vordere
und  hintere  Abtheilung  an  jeder  Seite  (Fig.  93),  es  erscheint  sonacli
in  der  Mitte  des  hellen  Fruchthofes  in  der  Längenaxe  desselben
eine  nach  unten  sich  verschmälernde  dreiseitige  Kinne,  deren  Form
in  der  92.  Figur  bei  ab  zu  sehen  ist.  Diese  Kinne  führt  bekanntermassen
  den  Namen  der  Primitivrinne  und  ich  habe  keine  Ursache,
diesen  Namen  zu  ändern.  Sie  umgibt  meridional  den  Centralkeim,
und  betrachtet  man  sie  bloss  von  oben  so  scheint  es  als  ob  sie  anfangs
nach  vorne  und  hinten  noch  nicht  geschlossen  wäre.  Später  ist  sie
in  der  Mitte,  wo  die  4  Blasteme  des  Centralkeimes  Zusammentreffen
erweitert  (Fig.  93).  Über  diese  Primitivrinne  haben  sich  bekanntlich ­
  manche  Meinungsverschiedenheiten  gehildet,  deren  bestimmte
Beilegung  nicht  so  leicht  durch  directe  Beobachtung  sondern  mehr
auf  dem  Wege  des  inductiyen  Schlusses  möglich  sein  dürfte.  Diese
Rinne  ist  die  Bildungsstätte  des  centralen  Nervensystems  und  des
ganzen  Wirbelgerüstes  mit  dem  diesem  letztem  eigenthümlichen
Muskelsysteme.  Aussen  ist  um  den  Centralkeim  allenthalben  eine
fast  hautartige  ganz  nach  dem  bisher  beschriebenen  Typus  geformte
Blastemschicht  (Fig.  91)  und  dadurch  ist  eine  scharfe  Abgrenzung
der  Primitivrinne  (Fig.  91,  Ä),  von  der  Höhle  des  Centralkeimes
gegeben.  Daher  zerfällt  der  Centralkeim  auf  einem  Querschnitte  in
diesem  Stadio  der  Entwickelung  in  vier  von  einander  getrennte
Theile  oder  Räume,  welche  nun  mit  neuen  Namen  bezeichnet  werden
müssen.  Ich  werde  folgende  Benennungen  in  Zukunft  gebrauchen.
Der  Raum  A  soll  in  Zukunft  Primitivrinne,  Rückenrinne,  Rückenmulde
heissen.  Ihm  gegenüber  befindet  sieb  der  Raum  B,  er  heisst  Bauch-
            
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