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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Die  ersten  Entwickelungsvorgänge  im  Tkierei  und  Fcelus.  237

Fffitus)  erscheint  kleiner  und  platter,  und  der  dunkle  Fruchthof,  der
seine  Form  unverändert  beibehalten  hat,  wird  von  erster  Blase  weniger, ­
  von  letzter  mehr  bedeckt;  der  helle  Fruchthof  erhält  eine
birn-  oder  biscuitartige  Form  (Fig.  87,88,  89).  Zwischen  dem  obern
breiteren  und  dem  unteren  schmalen  Tlieile  des  hellen  Fruchthofes
besteht  nach  diesem  kein  constantes  Verhältniss;  öfters  fand  ich
jedoch,  was  Breite  betrifft,  die  obere  Blase  des  hellen  Fruchthofes
nur  halb  so  breit  als  den  dunklen  Fruchthof  und  zwar  in  dessen  Mitte,
und  nochmal  so  breit  als  die  untere  Blase.  Doch  gab  es  auch
Fälle,  wo  die  Differenz  der  beiden  Tlieile  des  hellen  Fruchthofes
nur  y 8 ,  y 5 ,  '/ 6  des  Durchmessers  der  kleinern  Blase  betrug.  Ich
habe  es  übrigens  für  überflüssig  gehalten,  der  Ursache  dieser
Verschiedenheit  weiter  nachzuforschen.  Die  Stelle  an  welcher  die
Quertheilung  der  Fcetusblase  erfolgt,  liegt  anfangs  genau  in  der
Mitte  des  dunklen  Fruchthofes,  wie  mich  zahlreiche  Messungen
überzeugten,  und  bleibt  auch  in  dieser,  wenngleich  der  Fcetus
gegen  das  eine  Ende  des  Fruchthofes  hin  mehr  wächst  als  gegen
das  andere.
Ich  werde  nun  das  Blastem  des  Markraumes  (Fig.  85  a),aus  welchem ­
  der  Foetus  selbst  sich  entwickelt,  den  Centralkeim  nennen.  Mit
seiner  Entwickelung  werden  die  Tlieile  fester,  daher  der  Beobachtung
zugänglicher,  Präparation  und  Messung  fallen  genauer  aus,  das  hypothetische ­
  schwindet  mehr  und  mehr.  Nach  dem  bisherigen  bildet
nun  auch  der  Centralkeim  ein  allenthalben  abgeschlossenes  Blastem
namentlich  besteht  eine  Communication  mit  der  Höhle  der  Dotterblase
gegenwärtig  nicht,  und  tritt  auch  später  nicht  auf.  Er  stellt  übrigens
nicht  ein  kugelförmiges  Bläschen  dar,  sondern  ein  plattes  und  sehr
m  die  Länge  gezogenes  Sphäroid  oder  Ellipsoid;  der  senkrechte
Querschnitt  der  ganzen  Keimschicht  mit  der  Dotterblase  wird  nun  die
Form  der  85.  Figur  haben,  wo  allerdings  die  untere  (Bauchseite  des
Iffitus)  in  freier  Communication  zum  mindesten  mit  dem  freien  Raum,
zwischen  den  beiden  Dotterblättern  zu  stehen  scheint,  a  ist  in  der
Figur  der  Querschnitt  des  Centralkeimes,  der  helle  Hof  um  ihn  die
werdende  Amniosschicht,  die  bei  c  einen  nach  unten  trichterartig
erweiterten  Gang  bildet,  der,  da  die  trennende  Keimschicht  an  dieser
Stelle  nun  verschwunden  ist  (respective  sieh  in  flüssige  Masse  und
nicht  in  eine  Haut  umgewandelt  hat)  frei  in  die  Höhle  zwischen  den
beiden  Dotterblättern  ausmündet,  b  sind  die  beiden  Blätter  der  Kcims
 ilab.  U.  mathem.-naturw.  CI.  XI.  BO.  II.  Hft.  1

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