Die ersten Entwickelungsvorgiinge im Thierei und Foetus. 231
mässigkeit verlieren, und dass die Zusammenziehungen des Präparates
nach allen Richtungen in gleichen Verhältnissen erfolgen,
so, dass so hergerichtete Gegenstände zu genauen Messungen sich
vollkommen eignen. Behufs der mikroskopischen Untersuchung
wurde das Präparat entweder unversehrt auf einer planen Glastafel
ausgebreitet und fortwährend mit Weingeist bedeckt, oder aber es
wurden Stücke aus demselben geschnitten. Zu diesem Zwecke wurde
mittelst einer Staarnadel an dem platt ausgebreiteten Präparate ein
schmales, viereckiges Stück senkrecht auf die Foetusaxe herausgeschnitten
und dann auf die Kante gestellt. Hierzu wurde das Präparat
an der schmalen Fläche eines kleinen schwarzen (etwa ein
paar Linien breiten) Täfelchens befestigt und nun die Schnittfläche,
versteht sich unter Weingeist und bei reflectirtem Lichte unter
Anwendung einer 50- bis lOOmaligen Vergrösserung, untersucht und
wo nötliig gemessen.
Ich kehre nun wieder zu dem früher abgebrochenen Gegenstände
zurück.
Die Schicht des anfangs formlosen Plasmas, die sich zwischen
den beiden Blättern der inneren Keimblase findet, hatte ich so eben
die Keimschicht genannt. Nicht sie, sondern nur ihr mittlerer Theil
entwickelt sich zum Embryo, und ich betrachte überhaupt die in der
Mitte der Keimschicht zuerst hervortretenden in der Figur 73 a blasenartig
dargestellten Theile f als die erste Anlage des Foetus. Die
Keimschicht bestellt sonach im Querschnitte gesehen aus zwei symmetrisch
gelagerten dreiseitigen Streifen des Plasmas, bb, Fig. 73, 85,
welche einen kreisrunden Theil von beiden Seiten her umsehliessen.
Es gelang mir an einem sehr scharf und regelmässig geschnittenen
Präparate Messungen vorzunelimen und sonach ergab sich: (Fig. 78)
der Durchmesser ab im Mittel aus mehreren Messungen = 77'8;
der Durchmesser cd — 3D56 (a). Da mir das Ganze das Ansehen
des Durchschnittes einer Blase darzubieten schien, so versuchte ich
die einzelnen Theile derselben aus den gefundenen Messungen zu
berechnen. Es ergab sich nun nach der bekannten Methode (mit dem
Coefficienten n = 3) : — ' 256 für das Lumen der Blase;
25-6 für die Innenwand, und 26'6 für die Aussenwand der supponirten
Blase. Gibt man zum Lumen den 4. Theil der um die Einheit
verminderten Innenwand der Blase so erhält man 25'6 -f-4