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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Engel.

(len  gegebenen  Raum  ganz  erfüllt  und  daher  als  ein  halbmondförmiger
Streifen  erscheint,  der  sieh  in  die  Dottermulde  nur  leicht  einsenkt.
Noch  ist  dieses  formlose  Plasma  nicht  der  Keim  des  Embryo,  wofür
er  schon  häufig  gedeutet  worden  ist,  wohl  aber  bildet  sich  dieser
Keim  in  ihm  in  kurzer  Zeit  aus.  Führt  man  nun  einen  Schnitt  in  der
gleichen  Richtung  senkrecht  durch  den  Keimhügel  und  zwar  senkrecht ­
  auf  die  lange  Axe  des  durchsichtigen  Fruchthofes  zu  einer
Zeit,  in  der  die  Stria  primitiva  und  die  Rückenkämme  zu  sehen
sind,  dann  haben  sich  bereits  Theile  des  formlosen  Plasmas  geschieden, ­
  in  der  Mitte  der  Keimschicht  —  so  nenne  ich  jenes  formlose
Plasma  zwischen  den  beiden  Blättern  der  inneren  Keimblase  —  ist
bereits  die  erste  Anlage  des  Foetus  in  der  Art  zu  erkennen,  wie  ich  sie
in  der  Fig.  73  darzustellen  versucht  habe.  Die  Formen  sind  selbst
hei  ganz  gelungenen  Durchschnitten  äusserst'  zart,  die  Farben  der
einzelnen  Theile  (weiss  und  gelblichweiss  im  reflectirten  Lichte)
wenig  abgestuft,  doch  die  Umrisse  immerhin  scharf  genug  um  sich  zu
einer  genauen  Messung  zu  eignen.  Diese  Messung,  so  wie  die  genaue
Betrachtung  der  Figur  erlaubt  Schlüsse  auf  die  Entwickelung  dieses
ersten  Anfanges  des  Embryoleibes  auf  die  ich  alsogleich  eingehen
werde.  Vorerst  seien  mir  noch  ein  paar  Worte  über  die  Art  der  Präparation ­
  gestattet.
Ich  benützte  zur  Darstellung  dieser  und  den  folgenden  Gegenständen ­
  Hühnereier,  die  künstlich  ausgebrütet  wurden.  Das  Eiweiss
wurde  so  sorgfältig  als  möglich  von  dem  frischen  Dotter  abgetrennt,
und  dieser  alsogleich  (natürlich  der  Fruchthof  nach  oben)  mit  starkem ­
  Weingeist  übergossen  und  von  demselben  bedeckt,  eine  bis  zwei
Stunden  stehen  gelassen.  War  so  ein  mässiger  Härtegrad  erzielt,
so  wurde  der  ganze  Keimhügel  mit  einem  Stücke  der  Keimblase  herausgeschnitten, ­
  der  an  der  unteren  Fläche  noch  anhängende  Dotter
durch  leichtes  Schwenken  des  Präparates  in  Weingeist  so  viel  wie
möglich  entfernt,  und  das  ausgeschnittene  Stück  dann  abermals  im
starken  Weingeiste  mindestens  bis  zum  andern  Tage  gehärtet,  bevor
es  zu  weiteren  Untersuchungen  benützt  wurde.  Denn  ich  überzeugte
mich  bald,  dass  die  Zusammenziehung  des  Präparates  erst  allmählich
erfolge,  und  selbst  am  dritten  Tage  war  sie  durch  genaue  mikrometrische
  Messungen  noch  nachweisbar.  Auch  habe  ich  mir  nicht
einmal,  sondern  mehr  als  SOmal  die  Gewissheit  verschafft,  dass
die  Formen  durch  Weingeist  nicht  im  geringsten  von  ihrer  Regel-
            
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