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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Die  ersten  Entwickelungsvorgänge  im  Thierei  und  Foetus.

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unter  der  Haut  eine  feste  Schicht  denkt,  welche  man  ohne  weitere
Präparation  wegziehen  kann,  es  findet  sich  aber  eine  Haut,  wenn
man  sich  dabei  eine  Blastemlage  denkt,  rvelche  nach  Art  eines
Überzuges  andere  Theile  umgibt.
Ebenso  wird  die  Frage  immer  auftauchen  und  eine  verschiedene
Lösung  erhalten  ob  die  ersten  und  so  auch  die  grösseren  nachfolgenden ­
  Furchungskugeln  Zellen  sind  oder  nicht.  Sie  sind  nach  Art  von
Zellen  von  einer  durchsichtigen  Blastemschicht  umgeben,  aber  diese
ist  noch  keine  feste  Zellenhaut;  der  ursprüngliche  Inhalt  ähnelt  einem
Zellenkern,  indem  er  sich  durch  optische  Eigenschaften  von  der  peripheren ­
  Lage  unterscheidet,  aber  er  ist  kein  Kern  im  gewöhnlichen
Sinne  des  Wortes,  d.  h.  kein  starres,  kaum  einer  weiteren  Entwickelung ­
  fähiges  Gebilde,  sondern  eine  für  eine  fernere  Entwickelung
noch  sehr  geeignete  Blastemschicht.  Im  Laufe  der  späteren  Untersuchungen ­
  wird  es  sich  aber  als  wahrscheinlich  heraussteilen,  dass
auch  die  sogenannten  Zellen,  so  lange  sie  sich  zu  Entwickelungen
befähigt  zeigen  noch  keinen  Kern,  sondern  nur  ein  allerdings  scharf
abgegrenztes  Kernplasma  enthalten.  Zeigen  sie  aber  einmal  ein
bestimmmtes,  d.  h.  deutlich  isolirbares  Kerngebilde,  dann  sind  sie  als
Zellen  eben  keiner  weiteren  Entwickelung  fähig.
Aus  meiner  nun  gegebenen  Entwickelungstheorie  findet  nicht
allein  die  Spaltung  der  sogenannten  Keimhaut  (Bedeckung  der  Vesicula
  blastodermica)  in  zwei  Lagen  ein  äusseres  (seröses)  und  ein
inneres  (mucöses)  Blatt  mit  dem  dazwischen  gelagerten  Keimhügel
ihren  Erklärungsgrund;  auch  die  Form  des  Keimhügels,  Fig.  74,
im  senkrechten  Durchschnitte  eine  halbmondartige,  findet  in  dem  ganzen ­
  Vorgänge  ihre  einfachste  und  natürlichste  Erklärung:  der  Keimhügel ­
  nimmt  nämlich  ganz  die  Form  der  Furchungsmulde  d  an,  deren
Entwickelung  man  in  den  Figuren  70,  71,  72  zusammengestellt
findet.
Es  wird  wohl  nicht  leicht  sein,  diese  Vorgänge  ganz  in  der
Art,  wie  sie  hier  angenommen  wurden,  der  directen  Beobachtung  zugänglich ­
  zu  machen,  sie  folgen  erstens  zu  rasch  auf  einander,  dann
sind  die  Theile  zu  zart,  theilweise  zu  wenig,  theilweise  so  vollkommen ­
  durchsichtig,  dass  sie  aus  Mangel  an  Schatten  nicht  gesehen
werden  können;  Härtung  durch  Weingeist  oder  andere  Mittel,  erhält
zwar  zum  Theile  die  Formen,  macht  aber  den  Schichtenbau  verschwinden, ­
  und  so  bleibt  in  der  That  kaum  etwas  anderes  übrig,  als
            
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