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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

complementär  gefärbter  Gläser  beim  binoculären  Sehen.

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Rande  Hegen,  dem  rechten.  Desshalb  richtet  sich  die  psychische
Intention  abwechselnd  auf  das  Sehen  des  rechten  und  des  linken
Auges.
Wenn  man  durch  die  Fensterscheibe  rechts  vom  Barren  sieht,
sieht  man  vorherrschend  mit  dem  rechten  Auge,  sieht  man  durch  die
Fensterscheibe  links  vom  Barren,  vorherrschend  mit  dem  linken,  man
sieht  desshalb  durch  erstere  die  Gegenstände  gelb,  durch  letztere
blau.  Bei  Menschen,  deren  beide  Augen  gleich  geübt  und  die  zu
fixiren  gewohnt  sind,  genügt  es,  um  die  Farben  verschwinden  zu
machen,  wenn  man  sie  so  stellt,  dass  sie  mit  beiden  Augen  durch
eine  und  dieselbe  Fensterscheibe  sehen  und  sie  einen  Gegenstand
fest  fixiren  lässt,  der  gerade  vor  ihnen  liegt.
Nach  rechts  und  links  dürfen  die  Augen  nicht  gewendet  werden, ­
  weil  dann  ein  Theil  des  Sehfeldes,  der  nur  einem  Auge  angehört, ­
  indem  erdem  anderen  durchdenNasenrücken  entzogen  wird,  dem
directen  Sehen  zu  nahe  rückt.  Bei  Menschen,  welche  nicht  gewohnt
sind,  ihre  psychische  Intention  gleichmässig  auf  beide  Augen  zu  richten, ­
  und  denen  desshalb  die  Farben  leicht  auseinander  fallen,  erreicht
man  seinen  Zweck,  wenn  man  sie  mehrmals  hinter  einander  abwechselnd ­
  mit  beiden  Augen  durch  das  gelbe  und  das  blaue  Glas  sehen
lässt,  so  dass  man  etwa  jede  zwei  Secunden  einmal  wechselt,  und
ihnen  dann  plötzlich  beide  Gläser  gleichzeitig  vorhält.  Ich  sehe  farbloser, ­
  wenn  sich  das  gelbe  Glas  vor  dem  linken  Auge  befindet,  als
wenn  es  vor  dem  rechten  liegt,  weil  ich  das  rechte  mehr  gebrauche
und  übe  und  das  Gelb  leichter  über  das  Blau  die  Herrschaft  gewinnt ­
  als  dieses  über  jenes.
Man  sieht  also,  dass  hier  bei  den  farbigen  Gläsern  dieselben  Punkte
in  Betracht  kommen,  welche  Dove  bei  seinen  stereoskopischen
Versuchen  und  für  die  Vereinigung  zweier  Farben  des  Sonnenspectrums
  wesentlich  fand.  Der  Ton,  in  dem  man  die  Landschaft  sieht,
gleicht  demjenigen,  welchen  sie  durch  eine  London-smoke-Brille
annimmt.  Die  letztere  Wirkung  machen  auch  die  beiden  Gläser,
wenn  sie  über  einander  gelegt  werden,  nur  verdunkeln  sie  dann
begreiflicherweise  viel  mehr.  Man  kann  aus  der  grossen  absobirenden
Kraft,  der  vollständigen  Klarheit  und  der  geringen  Färbung  der
London-smoke-Gläser,  welche  so  ausserordentliche  Vortheile  darbieten ­
  und  bis  jetzt  so  viel  ich  weiss  ausschliesslich  von  England  her
in  den  Handel  kommen,  mit  Sicherheit  scldiessen,  dass  dieselben  mit
            
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