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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Unger.  Die  fossile  Flora  von  Gleichenberg.

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Vorträge.
Die  fossile  Flora  von  Gleichenberg.
Von  dem  w.  M.,  Prof.  Unger.
Das  wirkl.  Mitglied  Prof.  Unger  legte  der  k.  Akademie  eine
für  die  Denkschriften  bestimmte  Abhandlung  vor,  welche  den  Titel
führt:  Die  fossile  Flora  von  Gl  ei  eh  enbe  rg,  und  einen
Überblick  sämmtlicher  in  der  Umgebung  jenes  Ortes  aufgefundenen
fossilen  Pflanzen  enthält.  Sieben  Tafeln,  worauf  alle  bisher  noch
nicht  bekannten  Pflanzenreste  abgebildet  sind,  schliessen  sich  an
den  Text,  der  in  einen  allgemeinen  und  in  einen  besonderen,  die
Beschreibung  enthaltenden  Theil  zerfällt.
Der  Verfasser  hat  sich  mit  diesem  Gegenstände  mehr  als
17  Jahre  beschäftiget  und  dankt  insbesonders  Herrn  Dr.  W.  Prasil,
  Badearzt  in  Gleichenberg,  für  das  reiche  Material,  welches  ihm
derselbe  zur  Bearbeitung  überliess.
Die  allgemeinen  Resultate,  welche  sich  aus  diesen  in  mancher
Beziehung  schwierigen  Untersuchungen  ergaben,  fasst  Prof.  Unger
in  folgende  Punkte  zusammen.
1.  Dic  fossile  Flora  von  Gleichenberg,  wozu  die  einzelnen  Pflanzenreste ­
  vier  verschiedener  jedoch  nicht  ferne  von  einander  liegenden ­
  Localitäten  zu  zählen  sind,  besteht  bis  jetzt  aus  35  Pflanzeriarten,
  die  sich  auf  20  Pflanzenfamilien  vertheilen.
2.  Sämmtliche  Pflanzenreste,  obgleich  in  verschiedenen  Gesteinsmassen
  eingeschlossen  (Sandstein,  Mergel,  BasalttufF)  und  in
verschiedener  Weise  erhalten  (verkohlt,  verkieselt),  gehören  doch
mehr  oder  weniger  einer  und  derselben  grösseren  Zeitperiode  an,
und  zwar  jener,  die  wir  als  Tertiärperiode  bezeichnen.  Die  Natur
dieser  Fossilreste  deutet  darauf,  dass  die  Pflanzen,  von  denen  sie
herstammen,  eher  zu  Ende  als  am  Anfänge  dieser  Zeit  lebten.
3.  Die  fossile  Flora  von  Gleichenberg  besitzt  wenig  eigenthiimliche
  Pflanzenarten;  die  meisten  derselben  kommen  in  allen  Tertiärablagerungen ­
  vor.  Die  Fossilreste  einer  Localität  (Gossendorf)  stimmen ­
  auffallend  mit  jenen  von  Maltsch  in  Schlesien  überein.
            
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