Unger. Die fossile Flora von Gleichenberg.
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Vorträge.
Die fossile Flora von Gleichenberg.
Von dem w. M., Prof. Unger.
Das wirkl. Mitglied Prof. Unger legte der k. Akademie eine
für die Denkschriften bestimmte Abhandlung vor, welche den Titel
führt: Die fossile Flora von Gl ei eh enbe rg, und einen
Überblick sämmtlicher in der Umgebung jenes Ortes aufgefundenen
fossilen Pflanzen enthält. Sieben Tafeln, worauf alle bisher noch
nicht bekannten Pflanzenreste abgebildet sind, schliessen sich an
den Text, der in einen allgemeinen und in einen besonderen, die
Beschreibung enthaltenden Theil zerfällt.
Der Verfasser hat sich mit diesem Gegenstände mehr als
17 Jahre beschäftiget und dankt insbesonders Herrn Dr. W. Prasil,
Badearzt in Gleichenberg, für das reiche Material, welches ihm
derselbe zur Bearbeitung überliess.
Die allgemeinen Resultate, welche sich aus diesen in mancher
Beziehung schwierigen Untersuchungen ergaben, fasst Prof. Unger
in folgende Punkte zusammen.
1. Dic fossile Flora von Gleichenberg, wozu die einzelnen Pflanzenreste
vier verschiedener jedoch nicht ferne von einander liegenden
Localitäten zu zählen sind, besteht bis jetzt aus 35 Pflanzeriarten,
die sich auf 20 Pflanzenfamilien vertheilen.
2. Sämmtliche Pflanzenreste, obgleich in verschiedenen Gesteinsmassen
eingeschlossen (Sandstein, Mergel, BasalttufF) und in
verschiedener Weise erhalten (verkohlt, verkieselt), gehören doch
mehr oder weniger einer und derselben grösseren Zeitperiode an,
und zwar jener, die wir als Tertiärperiode bezeichnen. Die Natur
dieser Fossilreste deutet darauf, dass die Pflanzen, von denen sie
herstammen, eher zu Ende als am Anfänge dieser Zeit lebten.
3. Die fossile Flora von Gleichenberg besitzt wenig eigenthiimliche
Pflanzenarten; die meisten derselben kommen in allen Tertiärablagerungen
vor. Die Fossilreste einer Localität (Gossendorf) stimmen
auffallend mit jenen von Maltsch in Schlesien überein.