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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Mineralogische  Notizen.  15
3.  Einschlüsse  von  Mineralen  in  krystallisirtem
Quarz.
Die  Zahl  der  von  mir  bereits  früher  (Bd.  IX,  S.  402,  der
Sitzungsberichte  der  mathematisch-naturwissenschaftlichen  Classe
der  kaiserlichen  Akademie  der  Wissenschaften)  mitgetheilten  Mineral-Species,
  welche  als  Einschlüsse  in  krystallisirtem  Quarz  Vorkommen,
wird  durch  den  Flussspat  h  und  Silber  glanz  vermehrt.  Ich  fand
nämlich  licht-gelblichgrünen  oder  grasgrünen  krystallinischen,  durchsichtigen ­
  Flussspath  in  dunkel-rauchbraunem  Bergkrystall  aus  Sibirien. ­
  DerBergkrystall  wurde  durchgeschnitten  und  polirt,  damit  man
den  eingewachsenen  Flussspath  deutlich  sehen  könne.  Die  Umrisse
der  Gestalt  im  Durchschnitte  lassen  keine  bestimmte  Krystallform  des
Flussspathkrystalloides  erkennen,  da  jedenfalls  das  mit  dem  Bergkrystall ­
  gleichzeitig  gebildete  Individuum  durch  die  vollkommene  Umschliessung ­
  an  regelmässiger  Gestaltung  gehindert  wurde.  An  einem
Exemplare  vom  Schlaggenwalde  in  Böhmen  zeigten  lichtgraue,
gegen  die  Enden  bräunliche  und  durchsichtige  Krystalle  des  Quarzes
viele  kleine  Flussspathkrystalle  in  der  Combinationsgestalt  des  Hexaeders ­
  und  ßhombendodekaeders  mit  oder  ohne  den  Flächen  des  Oktaeders ­
  als  Einschluss.  Dieselben  waren  grau,  weiss  oder  blassblau,
durchsichtig  bis  durchscheinend  und  glänzend,  und  zeigen  auc  im
Contact  mit  der  Quarzmasse  jenen  metallischen  Glanz,  wie  er  hei
Glimmer  und  Chlorit  bemerkt  wurde.  Auf  denselben  Quarzkrystallen
waren  schwärzlichblaue,  an  den  Kanten  durchscheinende,  wenig
glänzende  Flussspathkrystalle  in  der  Comhination  des  Hexaeders  und
Oktaeders  aufgewachsen,  welche  ein  von  den  eingewachsenen  ganz
verschiedenes  Aussehen  und  rauhe  Oktaederflächen  hatten.
Hieran  schliesst  sich  ein  interessantes  Stück  aus  Northumberland ­
  in  England,  welches  den  gleichzeitigen  Krystallisationsprocess
  des  Quarzes  und  Flussspathes  und  Flussspath  als  Einschluss  in
Quarz  nachweist.  Aus  derselben  Flüssigkeit  krystallisirten  weisser
Quarz  und  violblauer  durchsichtiger  Flussspath  und  bildeten  neben
und  mit  einander  verwachsene  Krystalle.  Die  Masse  des  Quarzes  war
überwiegend  und  hierbei  ereignete  es  sich,  dass  sich  Flussspathkrystalle ­
  auf  die  Enden  wachsender  Quarz-Individuen  setzten  und
somit  die  fernere  Ausbildung  in  der  Richtung  der  Hauptaxe  hinderten,
jedoch  nur  da,  wo  sie  aufsassen,  während  dasselbe  Quarz  -  Individuum ­
  sich  durch  rings  um  den  aufsitzenden  Flussspathkrystall  sich
            
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