Mineralogische Notizen. 15
3. Einschlüsse von Mineralen in krystallisirtem
Quarz.
Die Zahl der von mir bereits früher (Bd. IX, S. 402, der
Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe
der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften) mitgetheilten Mineral-Species,
welche als Einschlüsse in krystallisirtem Quarz Vorkommen,
wird durch den Flussspat h und Silber glanz vermehrt. Ich fand
nämlich licht-gelblichgrünen oder grasgrünen krystallinischen, durchsichtigen
Flussspath in dunkel-rauchbraunem Bergkrystall aus Sibirien.
DerBergkrystall wurde durchgeschnitten und polirt, damit man
den eingewachsenen Flussspath deutlich sehen könne. Die Umrisse
der Gestalt im Durchschnitte lassen keine bestimmte Krystallform des
Flussspathkrystalloides erkennen, da jedenfalls das mit dem Bergkrystall
gleichzeitig gebildete Individuum durch die vollkommene Umschliessung
an regelmässiger Gestaltung gehindert wurde. An einem
Exemplare vom Schlaggenwalde in Böhmen zeigten lichtgraue,
gegen die Enden bräunliche und durchsichtige Krystalle des Quarzes
viele kleine Flussspathkrystalle in der Combinationsgestalt des Hexaeders
und ßhombendodekaeders mit oder ohne den Flächen des Oktaeders
als Einschluss. Dieselben waren grau, weiss oder blassblau,
durchsichtig bis durchscheinend und glänzend, und zeigen auc im
Contact mit der Quarzmasse jenen metallischen Glanz, wie er hei
Glimmer und Chlorit bemerkt wurde. Auf denselben Quarzkrystallen
waren schwärzlichblaue, an den Kanten durchscheinende, wenig
glänzende Flussspathkrystalle in der Comhination des Hexaeders und
Oktaeders aufgewachsen, welche ein von den eingewachsenen ganz
verschiedenes Aussehen und rauhe Oktaederflächen hatten.
Hieran schliesst sich ein interessantes Stück aus Northumberland
in England, welches den gleichzeitigen Krystallisationsprocess
des Quarzes und Flussspathes und Flussspath als Einschluss in
Quarz nachweist. Aus derselben Flüssigkeit krystallisirten weisser
Quarz und violblauer durchsichtiger Flussspath und bildeten neben
und mit einander verwachsene Krystalle. Die Masse des Quarzes war
überwiegend und hierbei ereignete es sich, dass sich Flussspathkrystalle
auf die Enden wachsender Quarz-Individuen setzten und
somit die fernere Ausbildung in der Richtung der Hauptaxe hinderten,
jedoch nur da, wo sie aufsassen, während dasselbe Quarz - Individuum
sich durch rings um den aufsitzenden Flussspathkrystall sich