Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

14

Kenngott.

taugen  auf  die  Entstehung  der  einen  oder  der  anderen  Species  von
Einfluss  ist,  so  dass  für  die  Aragonitbildung  eine  hohe  Temperatur
des  Fluidums  vorauszusetzen  ist,  lässt  auf  einen  Temperaturwechsel
der  das  Kalkcarbonat  zuführenden  Quellen  schliessen  und  annehmen,
dass  der  Absatz  zu  einer  Zeit  stattfand,  als  das  Gestein  vollkommen
erkaltet  war  und  seine  ursprüngliche  Temperatur  keinen  Einfluss  auf
die  Temperatur  der  zugeführten  Wasser  hatte,  weil  die  vorliegende
Reihenfolge  des  Kalkspathes  und  Aragonits  eine  Zunahme  der  Temperatur ­
  annehmen  lässt.
Von  einer  Umwandlung  des  Aragonites  in  Kalkspath  kann  hier
nicht  die  Rede  sein,  da  der  Anblick  nicht  den  entferntesten  Gedanken
daran  aufkommen  lässt,  denn  beide  Species  sind,  soweit  es  die  Verhältnisse ­
  gestatten,  in  einem  Zustande  vollkommener  Ausbildung,  so
dass  man  die  individuelle  Ausbildung  beider  deutlich  beobachten  kann,
wozu  noch  der  Einschluss  des  krystallisirten  Kalkspathes  im  krystallisirten
  Aragonit  kommt,  welcher  durch  scharfe  Begrenzung  der
Theiie  und  Unterschiede  in  den  morphologischen  und  physikalischen
Eigenschaften  so  unzweifelhaft  ist,  dass  man  mit  Wissen  und  Willen
irren  müsste,  wenn  man  den  Vorgang  der  ganzen  Ausfüllung  anders
erklären  wollte,  als  ich  es  gethan  habe.
Beiläufig  muss  ich  eines  zweiten  Exemplares  bei  dieser  Gelegenheit ­
  gedenken,  welches  dünnstengeligen,  radialgestellten,  blassgelben
Aragonit  zeigt,  dessen  Stengel  nicht  gleiclnnässig  dicht  gestellt  und
an  Länge  wechselnd  sind,  wodurch  Zwischenräume  entstehen,  welche
durch  die  radiale  Stellung  nach  aussen  hin,  vom  Centrum  aus  gerechnet
vermehrt  und  vergrössert  werden.  In  diesen  Zwischenräumen  befindet
sich  gelblichweisser,  krystallinisch-feinkörniger  Kalkspath  mit  deutlichen ­
  Spaltungsflächen.  Derselbe  hat  sich  offenbar  nach  dem  Aragonit
gebildet  und  verband  die  Zwischenräume  ganz  oder  zum  Theiie  ausfüllend ­
  die  vorher  nur  lose  verbundenen  stengeligen  Krystalloide  zu
einem  festeren,  immerhin  aber  noch  leicht  zerbrechlichen  Ganzen.
Der  Fundort  ist  Burg  he  im  am  Kaiserstuhl.
2.  Gewichtsbestimmungen  an  Aragonitkrystallen.
Vorzüglich  reine,  blassweingelbe,  durchsichtige  Krystalle  des  Aragonites ­
  von  Horschentz  in  Böhmen  dienten  zur  Bestimmung  des
specifischeri  Gewichtes.  Gefunden  wurden  an  sieben  Krystallen  die
Zahlen:  2-920;  2-940,  2-940,  2-942,  2-944,  2-9Ö3  und  2-960,
deren  Mittelwerth  =  2-943  ist.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.