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Kenngott.
taugen auf die Entstehung der einen oder der anderen Species von
Einfluss ist, so dass für die Aragonitbildung eine hohe Temperatur
des Fluidums vorauszusetzen ist, lässt auf einen Temperaturwechsel
der das Kalkcarbonat zuführenden Quellen schliessen und annehmen,
dass der Absatz zu einer Zeit stattfand, als das Gestein vollkommen
erkaltet war und seine ursprüngliche Temperatur keinen Einfluss auf
die Temperatur der zugeführten Wasser hatte, weil die vorliegende
Reihenfolge des Kalkspathes und Aragonits eine Zunahme der Temperatur
annehmen lässt.
Von einer Umwandlung des Aragonites in Kalkspath kann hier
nicht die Rede sein, da der Anblick nicht den entferntesten Gedanken
daran aufkommen lässt, denn beide Species sind, soweit es die Verhältnisse
gestatten, in einem Zustande vollkommener Ausbildung, so
dass man die individuelle Ausbildung beider deutlich beobachten kann,
wozu noch der Einschluss des krystallisirten Kalkspathes im krystallisirten
Aragonit kommt, welcher durch scharfe Begrenzung der
Theiie und Unterschiede in den morphologischen und physikalischen
Eigenschaften so unzweifelhaft ist, dass man mit Wissen und Willen
irren müsste, wenn man den Vorgang der ganzen Ausfüllung anders
erklären wollte, als ich es gethan habe.
Beiläufig muss ich eines zweiten Exemplares bei dieser Gelegenheit
gedenken, welches dünnstengeligen, radialgestellten, blassgelben
Aragonit zeigt, dessen Stengel nicht gleiclnnässig dicht gestellt und
an Länge wechselnd sind, wodurch Zwischenräume entstehen, welche
durch die radiale Stellung nach aussen hin, vom Centrum aus gerechnet
vermehrt und vergrössert werden. In diesen Zwischenräumen befindet
sich gelblichweisser, krystallinisch-feinkörniger Kalkspath mit deutlichen
Spaltungsflächen. Derselbe hat sich offenbar nach dem Aragonit
gebildet und verband die Zwischenräume ganz oder zum Theiie ausfüllend
die vorher nur lose verbundenen stengeligen Krystalloide zu
einem festeren, immerhin aber noch leicht zerbrechlichen Ganzen.
Der Fundort ist Burg he im am Kaiserstuhl.
2. Gewichtsbestimmungen an Aragonitkrystallen.
Vorzüglich reine, blassweingelbe, durchsichtige Krystalle des Aragonites
von Horschentz in Böhmen dienten zur Bestimmung des
specifischeri Gewichtes. Gefunden wurden an sieben Krystallen die
Zahlen: 2-920; 2-940, 2-940, 2-942, 2-944, 2-9Ö3 und 2-960,
deren Mittelwerth = 2-943 ist.