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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Mineralogische  Notizen.

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hervorgebrachte  theilweise  Zerstörung  der  Wandungen  durch  abgebröckelte ­
  einzelne  Theile  der  festen  Gesteinsmasse  sieht,  welche  in
Achatmandeln  oft  zu  beobachten  ist.  Aus  der  Menge  des  Kalkspathes
lässt  sich  auf  eine  kurze  Dauer  des  Absatzes  schliessen  und  die  darauffolgende ­
  Bildung  des  Aragonites  ging  unter  veränderten  Verhältnissen ­
  der  Temperatur  vor  sieh,  welche  gewöhnlich  mit  Absätzen  verschiedener ­
  Species  in  Verbindung  zu  stehen  pflegt.  Die  Krystalle  des
Aragonites  setzten  sich  über  dem  krystallisirten  Kalkspath  fest  und
erfüllten  nach  und  nach  ohne  Unterbrechung  der  Bildung  den  ganzen
Hohlrauin.
Da  die  Aragonitkrystalle  anders  gefärbt  und  weit  reiner,  als  die
Kalkspathkrystalle  sind,  so  sieht  man  hieraus,  wie  das  mit  Kalkcarbonat ­
  geschwängerte  Fluidum  durch  die  bereits  vorhandene  Kalkspath-Ablagerung
  gleichsam  filtrirt  wurde  und  die  gelbe  durch  äusserst
fein  vertlieiltes  pulverulentes  Pigment  hervorgebrachte  Färbung  aufhörte, ­
  dagegen  das  noch  vorhandene  Eisen  durch  irgendwelche  Verbindungsweise ­
  dieblasse,  röthlichhlaue  Farbe  des  Aragonites  erzeugte,
oder  dass  der  Einfluss  des  die  Gesteinsmasse  durchdringenden  Fluidums ­
  auf  dieselbe  ein  anderer  geworden  ist.  So  wie  früher  von  den
Wandungen  des  Hohlraumes  sich  einzelne  Theile  losbröckelten  und
dadurch  mit  der  Ausfüllungsmasse  gemengt  erscheinen,  bröckelten  sich
auch  einzelne  Kalkspathkrystalle  oder  Theile  derselben  ab  und  wurden ­
  auf  diesem  Wege  von  dem  krystallisirenden  Aragonit  umschlossen.
Die  Natur  des  ersten  Absatzes,  eine  Bekleidung  der  Wandungen
durch  neben  einander  aufgewachsene  Kalkspathkrystalle  würde  die  an
den  Achatmandeln  vorkommenden  Zuführungscanäle  gar  nicht  als
notlnvendig  erscheinen  lassen,  da  ein  krystallinisches  Aggregat  ganz
gut  geeignet  ist,  den  Eintritt  eines  Fluidums  in  das  noch  unerfüllte
Innere  zu  vermitteln,  doch  sieht  man  auch  hier  noch  dazu  sehr  instructiv
  den  Ort  eines  Zuführungscanals  und  wie  die  letzten  Aragonittheile
sich  in  retrogader  Weise  gegen  diese  Stelle  hin  als  feine  lineare  Gebilde ­
  absetzten,  nachdem  der  disponible  Raum  durch  den  Absatz  im
ganzen  Innern  sich  immer  mehr  verengt  hatte,  bis  endlich  die  Ausfüllung ­
  abgeschlossen  wurde.
Die  Erfahrung,  welche  man  hiernach  an  diesem  Exemplare  macht,
dass  Aragonit  nach  dem  Kalkspath  als  Ausfüllungsmasse  eines  mandelsteinartigen ­
  Hohlraumes  entstanden  ist,  in  Verbindung  gebracht
mit  dem  Temperatur-Unterschiede,  welcher  nach  G.  Rose's  Beobach-
            
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