Ein Beitrag zur Fauna des deutschen Zechsteingebirges. 181
Wirbel ausgehende, tiefe, auf dem Grunde oft doppelte Längsfurche,
welche auf der Mitte des Rückens verschwindet und einer kräftigen
Medianleiste der Schale entspricht. Die kleine Schale zeigt äusserlicli
eine schwache, allmählich ansteigende und dem Sinus der Rückenfurche
entsprechende Erhöhung, innerlich hingegen, wie die verwandten
Arten, Eindrücke, welche zum Tlieil die Lage mancher Organe
des Thieres andeuten mögen, zum Tlieile aber Verstärkungen der
Schalensubstanz entsprechen. Die Zuwachsstreifung, welche besonders
auf der oberen Schale gegen den Rand hin kräftig hervortritt und
in der Rückenfurche einen schwachen Rusen macht, geht nicht concentrisch
von der Spitze des Wirbels aus, sondern wiebeiLeptaena,
vom Schlossrande anfangend, den anderen Rändern parallel. Die grosse
Schale trägt vom Wirbel ausgehend, dem Schlossrande entlang, wie
Prod. horridus, gegen 10, erst einfach, dann doppelt in Reihe
gestellte Röhren von wenigstens 20 Millim. Länge; auf der unteren
Klappe habe ich solche Röhren nicht bemerkt. Die Structur der
Schale, besonders an der kleinen, ist nach aussen radial faserig, nach
innen blätterig.
Als auffallend muss hier am Schlüsse dieser Bemerkungen zu den
Brachiopoden nicht nur die grosse Veränderlichkeit der Formen der
einzelnen Arten, sondern auch die häufige Verkrüppelung der Individuen,
welcher bei einigen Arten eine gewisse Regelmässigkeit nicht
abzusprechen ist, hervorgehoben werden.
Dentalium Sorbii nennt King ein Dentalium, welches Herr
Henry Clifton Sorby zu Connigsborough gefunden hat. King gibt
keine Zeichnung, sondern benennet und charakterisirt es vorläufig nur
kurz. Diagnose nach King: Glatt; gekrümmt; allmählich abnehmend.
Das dünne Ende dieses Exomplares ist beschädigt; King gibt eine
Länge von 5 / s Zoll und eine Krümmung an, welche einen Kreisbogen,
der mit einem Radius von , / 2 bis 5 / 8 Zoll beschrieben ist, gleich
kommt.
Im oberen Zechsteine von Gera findet man auch Steinkerne solcher
kleinen Dentalien von 12 Millim. Länge und über 1 Millim.
Breite, auf welche die King’sche Diagnose anwendbar ist.
Auch Geinitz beschreibt im Jahresbericht der Wetterauischen
Gesellschaft einen solchen Körper als Dentalium Speyeri folgenderrciassen:
Eine kleine glattschalige Art, welche von dem Dentalium
laeve des Muschelkalkes wenig verschieden ist. Die Rohre ist ihrer