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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Ein  Beitrag  zur  Fauna  des  deutschen  Zechsteingebirges.  181

Wirbel  ausgehende,  tiefe,  auf  dem  Grunde  oft  doppelte  Längsfurche,
welche  auf  der  Mitte  des  Rückens  verschwindet  und  einer  kräftigen
Medianleiste  der  Schale  entspricht.  Die  kleine  Schale  zeigt  äusserlicli
  eine  schwache,  allmählich  ansteigende  und  dem  Sinus  der  Rückenfurche ­
  entsprechende  Erhöhung,  innerlich  hingegen,  wie  die  verwandten ­
  Arten,  Eindrücke,  welche  zum  Tlieil  die  Lage  mancher  Organe
des  Thieres  andeuten  mögen,  zum  Tlieile  aber  Verstärkungen  der
Schalensubstanz  entsprechen.  Die  Zuwachsstreifung,  welche  besonders ­
  auf  der  oberen  Schale  gegen  den  Rand  hin  kräftig  hervortritt  und
in  der  Rückenfurche  einen  schwachen  Rusen  macht,  geht  nicht  concentrisch
  von  der  Spitze  des  Wirbels  aus,  sondern  wiebeiLeptaena,
vom  Schlossrande  anfangend,  den  anderen  Rändern  parallel.  Die  grosse
Schale  trägt  vom  Wirbel  ausgehend,  dem  Schlossrande  entlang,  wie
Prod.  horridus,  gegen  10,  erst  einfach,  dann  doppelt  in  Reihe
gestellte  Röhren  von  wenigstens  20  Millim.  Länge;  auf  der  unteren
Klappe  habe  ich  solche  Röhren  nicht  bemerkt.  Die  Structur  der
Schale,  besonders  an  der  kleinen,  ist  nach  aussen  radial  faserig,  nach
innen  blätterig.
Als  auffallend  muss  hier  am  Schlüsse  dieser  Bemerkungen  zu  den
Brachiopoden  nicht  nur  die  grosse  Veränderlichkeit  der  Formen  der
einzelnen  Arten,  sondern  auch  die  häufige  Verkrüppelung  der  Individuen, ­
  welcher  bei  einigen  Arten  eine  gewisse  Regelmässigkeit  nicht
abzusprechen  ist,  hervorgehoben  werden.
Dentalium  Sorbii  nennt  King  ein  Dentalium,  welches  Herr
Henry  Clifton  Sorby  zu  Connigsborough  gefunden  hat.  King  gibt
keine  Zeichnung,  sondern  benennet  und  charakterisirt  es  vorläufig  nur
kurz.  Diagnose  nach  King:  Glatt;  gekrümmt;  allmählich  abnehmend.
Das  dünne  Ende  dieses  Exomplares  ist  beschädigt;  King  gibt  eine
Länge  von  5 / s  Zoll  und  eine  Krümmung  an,  welche  einen  Kreisbogen,
der  mit  einem  Radius  von  , / 2  bis  5 / 8  Zoll  beschrieben  ist,  gleich
kommt.
Im  oberen  Zechsteine  von  Gera  findet  man  auch  Steinkerne  solcher ­
  kleinen  Dentalien  von  12  Millim.  Länge  und  über  1  Millim.
Breite,  auf  welche  die  King’sche  Diagnose  anwendbar  ist.
Auch  Geinitz  beschreibt  im  Jahresbericht  der  Wetterauischen
Gesellschaft  einen  solchen  Körper  als  Dentalium  Speyeri  folgenderrciassen:
  Eine  kleine  glattschalige  Art,  welche  von  dem  Dentalium
laeve  des  Muschelkalkes  wenig  verschieden  ist.  Die  Rohre  ist  ihrer
            
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