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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Ein  Beitrag  zur  Fauna  des  deutschen  Zechsteingebirges.  165
Unter  meinen  Bakevellien  des  Dolomits  von  Pösneck  befinden
sich  einige,  welche  auf  dem  vorderen  Flügel  eine  kantenartige  Erhöhung ­
  zeigen;  unter  anderen  trägt  ein  Exemplar,  dessen  linke
Schale  frei  liegt,  eine  scharfe  Kante  vom  Wirbel  dem  Buckel  entlang
und  eine  zweite  Rippe,  vom  Wirbel  nach  dem  Rand,  quer  über  den
vorderen  spitzen  Flügel  laufend;  die  Schale  selbst  ist  mit  wenigstens
20  fadenartigen,  erhöhten,  vom  Wirbel  aus  dem  Bauchrande  parallel
gehenden  Streifen  geziert;  die  Form  gleicht  der  von  B.  keratophaga.
Anderen  Exemplaren  mit  ähnlicher  Streifung  fehlen  die  beiden  Flügelkanten. ­
  Ein  anderes  ganz  freies  Exemplar  ist  scheinbar  glatt,  aber
viel  dichter  gestreift,  oder  fein  gerippt,  hat  die  schlanke  Form  der
B.  keratophaga  und  lässt  zwei  feine  aber  deutliche  Rippen  von  der
Spitze  des  Wirbels  über  den  vorderen  Flügel,  dem  Rande  zulaufend,
erkennen;  selbst  auf  der  rechten,  kleineren  oder  unteren  Klappe,
sind  vom  Wirbel  aus  zwei  schwache  Furchen,  den  Enden  des  Byssus-Ausschnittes
  zulaufend,  zu  bemerken;  die  am  Buckel  hinlaufende
Kante  ist  jedoch  deutlicher,  wie  gedoppelt,  und  die  Rippe  am  Buckel
der  grossen  Schale  erscheint  wie  eine  erhöhte  Kante  neben  einer
Furche.  Ich  zweifle  nicht,  dass  dies  die  King’sche  Balcevellia
  hicarinata  ist  und  gebe  desshalb  eine  Zeichnung  meines
Exemplares.  Mein  Exemplar  hat  am  Schlossrande  eine  Breite  von
0-012  Millimeter  die  grösste  Länge  (scheinbare  Breite)  beträgt
O'OOO  Millimeter.
e)  Bakevellia  Sedgioickiana,  King.  Diagnose:  Umriss  etwas
spitz  rhomhoidisch;  glatt;  vorn  spitzig;  mit  kleinem  Flügel.
Der  vordere  und  hintere  Rand  dieser  Art  stehen  ausserordentlich ­
  schief  gegen  die  Schlosslinie,  eine  Folge  der  geringen  Entwickelung ­
  des  hinteren  Schlosstheiles  und  des  vorderen  Loben  und  der
Verlängerung  des  gegenüberliegenden  Theiles  der  Schale  oder  des
hinteren  Theiles  des  Bauchrandes.  Diese  Art  ist  die  flacheste  von  allen
hier  beschriebenen.  Ihr  seltenes  Vorkommen  beschränkt  sich  auf  den
Shell-limestone  von  Tunstall-Ilill.
Ganz  ähnliche  Formen  kommen  im  Zechsteindolomite  von  Pösneck ­
  vor,  doch  tragen  die  Schalen  erhabene,  concentrische,  ziemlich
weitläufige,  feine  Rippchen,  wesshalb  ich  sie  nur  für  verlängerte
Formen  von  B.  keratophaga  halte.  Das  Bruchstück  eines  solchen,
aber  glatten  Individuums  ist  mir  nicht  ausreichend,  um  es  mit  B.  Sedgwickiana
  zu  identificiren.
            
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