"
Gatt. Calliclilhys und die Schwimmblase bei Duras C. Val. 145
das Vorkommen abgetheilter Schwimmblasen bei Siluroidcn in weiterem
Umfange nachgewiesen zu haben, als es meines Wissens bisher
bekannt war, wie auch jenes von Appendices in nicht geringerer
Ausdehnung und Menge, als dies bei Sciaenoiden der Fall ist 1 ).
Joh. Müller’s Beobachtung an CaUophysus, die bis jetzt in der
Familie der Siluroidcn ziemlich vereinzelt dastand, erscheint zwar
nunmehr eben so wenig fernerhin als solitäres Vorkommen, wie dies
der bei Cetopsis zuerst beobachtete Porus lateralis oder pectoralis
ist, aber es dürfte ohne Zweifel ein Gewinn für die Wissenschaft
sein, wenn es ihr gelingt, auch mit scheinbaren Ausnahmsfällen allmählich
in die Bahn der Regelmässigkeit einlenken zu können und
sie als Äusserungen eines weiter greifenden, wenn auch noch nicht
durchforschten Bildungsplanes immer mehr zu erkennen. — Schliesslich
glaube ich nur noch erwähnen zu müssen, dass die Formen-Verschiedenheiten
der Schwimmblase bei Doraden wohl zur Unterscheidung
der Species, nicht aber der Genera sich brauchbar erweisen,
(denn die Doraden sind nicht füglich in 1 Genus vereinigt zu belassen);
und somit werden Joh. Müller's Ansichten über den systematischen
Werth der Schwimmblase (s. dessen Ganoidcn) bezüglich
dieser Fische in schöner Weise bestätigt, zugleich aber auch der
allgemeine Satz: Keine Eigenschaft hat für sich allein einen a priori
bestimmten systematischen Werth.
Erklärung der Abbildungen.
In natürlicher Grösse, von der vorderen oder Bauchseite dargestellt, mit
abgeschnittenem Ausführungsgange.
A. Einfache Schwimmblase.
a) Ohne Appendices.
Fig. 1. Von Boras polygramma, n. sp. Bei a tritt in dieser und allen folgenden
Figuren der Ausfiihrungsgang hervor; bei b legen sich ebenfalls
überall an der hinteren (Dorsal-) Seite die Platten des Druckfeder-Apparates
an.
*) Am meisten ähnelt die Schwimmblase mancher Doras-Arten jener bei
Otolithus, indem namentlich die gleichfalls verästelten Appendices daselbst
in eine gelbliche, fettkörper-ähnliclie Substanz eingesenkt und von ihr
umhüllt sind, wie dies bei mehreren Doras, insbesondere den Formen
Fig. 2 und 3 nicht minder der Fall ist. Auch bei Platystoma fasciatum
soll die Schwimmblase beiderseits mit einem zeiligen Saume versehen
sein (s. v. Siebold und Stannius vergl. Ant.) Zu diesen offenbar nahe
verwandten Formen hoffe ich im weiteren Verlaufe meiner Studien über
Siluroidcn noch manche ergänzende Beiträge liefern zu können.
Sitzb. d. mathem.-naturw. CI. XI. Bd. I. Hft. 10
-
I