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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Kn  er.  Über  einige  Sexual-Unterscliiede  bei  der

und  sodann  eine  zweite  Form,  bei  der  das  hintere  durch  eine  Halsverengerung ­
  bezeichnete  Ende  in  2  kurze,  divergirende  Hörner  ankerförmig
  ausläuft  (Fig.  5).  Beide  Formen  könnte  man  vielleicht  zur
Gruppe  der  Arten  mit  einfacher  Schwimmblase,  aber  mit  Appendices
zu  stellen  geneigt  sein,  doch  glaube  ich  sie  aus  folgendem  Grunde  schon
davon  trennen  zu  dürfen.  Wie  erwähnt  scheint  auch  hei  allen  einfachen
Schwimmblasen  dieser  Fische  selbe  nach  rückwärts  durch  ein  Septum
innen  in  2  seitliche  Hälften  geschieden.  Diese  Scheidewand  setzt
sich  nun  hei  den  deutlich  abgeschnürten  Formen  durch  den  Hals
auch  in  den  hintern  Anhang  fort,  und  die  innere  Schleimhaut  geht
durch  selben  aus  der  vordem  in  die  hintere  Abtheilung  in  Form
zweier  dünner  Röhrchen  über  (Fig.  8).  Obige  beiden  Formen
(Fig.  4  und  5.)  unterscheiden  sich  daher  nur  dadurch,  dass  bei  Fig.  4
die  Trennung  in  seitliche  Hälften  bloss  eine  innere  ist,  bei  Fig.  5  aber
auch  eine  äussere  in  2  abstehende  Hörner  wird.  Ausser  diesen  beiden
vermittelnden  Formen  erinnern  alle  übrigen  abgetheilten  Schwimmblasen ­
  hei  Doraden  insofern  an  jene  der  Cyprinoiden,  als  die  Halseinschnürung ­
  sehr  deutlich  und  auch  die  hintere  Blase  gut  entwickelt
ist')•  Sowohl  die  Übergangsformen  als  die  deutlich  abgetheilten ­
  sind  wie  die  vorhergehenden  theils  ohne  anderweitige
Appendices,  theils  mit  solchen  versehen;  die  Zahl  der  ersten
herrscht  jedoch  vor,  indem  bei  5  von  den  untersuchten  Arten  die
Anhängsel  fehlten  und  nur  hei  zwei  vorhanden  waren,  von  denen
übrigens  die  eine  zugleich  Übergangsform  ist,  die  andere  aber  entschieden ­
  der  Gruppe  mit  abgetheilter  Schwimmblase  angehört.  Indem
die  einzelnen  Formen  aus  den  beigefügten  Abbildungen  anschaulicher
als  aus  Beschreibungen  werden,  erlaube  ich  mir  auf  jene  hinzuweisen
und  nur  einige  Schlussbemerkungen  beizufügen.
Bei  Betrachtung  der  oft  so  zahlreichen,  oft  wieder  gänzlich  fehlenden ­
  Appendices  bei  Fischen  derselben  Familie  und  Gattung,  die  doch
offenbar  eine  sehr  ähnliche  Lebensweise  führen  müssen,  drängt  sich
allerdings  die  Frage  auf,  welche  Bedeutung  und  Function  sie  etwa
haben  dürften.  Doch  so  lange  die  der  Schwimmblase  selbst  noch  mehr
oder  weniger  räthselhaft  ist,  scheint  es  nicht  räthlich,  sich  hierüber  in
Muthmassungen  zu  ergehen.  Ich  begnüge  mich  demnach  damit,  sowohl

*)  Bei  allen  Doraden  mit  abgeschnürter  Schwimmblase  verlauft  das  quere
Verbindungsstück  der  Hufeisen-Niere  gerade  über  den  Hals  weg.
            
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