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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

S  c  h  a  b  u  s.  Krystallform  des  Zinkoxydcs.

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scheinend;  manche  Krystalle  sind  an  den  Enden  dunkler  gefärbt,  ähnlich ­
  den  schönen  Turmalinen  von  St.  Pietro  auf  Elba.  Die  Flächen  sind
glatt  und  glänzend;  an  manchen  Flächen  und  Kanten  ist  eine  leichte
Biegung  um  die  Hauptaxe  mit  blossem  Auge  bemerkbar.
Die  Krystalle  sind  in  Gruppen  vereinigt  und  häufig  von  krystallinischen
  Krusten  umschlossen,  welche  den  ersten  Überzug  der  Mauersteine ­
  und  Füllungsschlacken  bildeten.  Auch  krystallinische  Massen
von  traubigem  Ansehen  kamen  vor.
Herr  Professor  Sehr  öfter  hat  die  Güte  gehabt,  die  folgende
Untersuchung  eines  ausgezeichneten  Krystalles  zu  veranlassen.
Krystallform,  des  Zinkoxydes.
Von  Jakob  Schabus.
Das  in  der  Natur  vorkommende  Zinkoxyd  wurde,  da  die  Krystallform ­
  desselben  nie  vollständig  ausgebildet  erscheint,  und  die  Tliei-Iungsflächen,
  obwohl  ziemlich  vollkommen,  doch  zu  verlässlichen  Messungen ­
  nicht  geneigt  sind,  lange  Zeit  für  prismatisch  gehalten.  Die
an  Theilungsflächen  gemessenen  Winkel  eines  vierseitigen  Prismas
werden  in  Mobs 1  Grundriss  zu  125°  angegeben,  und  selbst  in  dem
von  Zippe  bearbeiteten  zweiten  Theil  der  Anfangsgründe  der  Mineralogie, ­
  Seite  419,  sind  ausser  den  Theilungsrichtungen,  deren
Flächen  sich  unter  120°  schneiden  noch  zwei  andere  angeführt»
welche  ein  Prisma  von  81°  46'  bilden,  die  also  wahrscheinlich  mit  den
von  Troost  zu  100°  Neigung  angegebenen  identisch  sein  sollen;
auch  hier  ist  demnach  das  orthotype  (rhombische) ­
  System  beibehalten  worden.
Die  Untersuchungen  von  H  a  u  s  m  a  n  n,
Koch,  Cloiseaux  und  Levy  setzen
jedoch  ausser  Zweifel,  dass  das  Krystallsystem,
  in  welchem  das  Zinkoxyd  krystallisirt,
  das  rhomboedrisehe  (hexagonale)  ist.
Das  mir  zur  Untersuchung  gegebene
Stück  ist  schwach  spargelgrün,  zeigt  ganz
geringen  Dichroismus,  so  dass  der  ordinäre
Strahl  0(Fig.  1),  mehr  ins  Blaue,  der  extraordinäre
  E  mehr  ins  Ölgrüne  geneigt  erscheint, ­
  und  durchsichtig;  die  Härte  beträgt
nahe  5-0.  Die  Form  wird  gebildet  durch  das

Figur  1.
            
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