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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Gatt.  Callichthys  und  die  Schwimmblase  bei  Boras  C.  Val.  14t

Gewicht  für  die  Artbestimmung  legt,  das  sie  wohl  nicht  verdienen.
Das  Gleiche  gilt  auch  bezüglich  der  Rauhigkeit  oder  Glätte  des  Panzers, ­
  die  nach  dem  Alter  verschieden  zu  sein  scheint.
Die  Berücksichtigung  der  Sexual-Verhältnisse  führte  zu  dem
Ergebnisse,  dass  ich  unter  allen  Exemplaren  des  kaiserlichen  Museums
nur  4  verschiedene  Species  anerkennen  konnte,  und  mit  Gewissheit
aussprechen  darf,  dass  mehrere  von  den  10  Arten  Valenciennes’
in  der  Folge  wieder  aus  dem  Systeme  verschwinden  werden.  Alle
nacktbauchigen  Indiviuen  des  hiesigen  Museums  gehören  der  Art;
Call.asper  an  und  Valenciennes’  beide  andern  Species:  C.  caelatus
  und  laeviceps  fehlen.  Letztere  dürfte  aber  wohl  nur  ein  Männ-r
dien  von  C.  asper  sein,  so  weit  sich  aus  der  kurzen  Beschreibung
urtheilen  lässt*).  Von  Arten  mit  gepanzerter  Bauchfläche  besitzt  das
kaiserliche  Museum  drei,  darunter  C.  thoracatus  und  laevigalus
Cu.  Val.  und  eine  wahrscheinlich  unbeschriebene  (C.  sulcatus.  m.)
Von  Call,  thoracatus  beschreibt  aber  Valenciennes  offenbar  nur
ein  Männchen,  von  C.  laevigatus  dagegen  ein  Weibchen,  so
wie  auch  d’Orhigny  auf  pl.  V,  Fig.  2,  nur  ein  solches  abbildet.
Hinwieder  betrifft  Valenciennes’  Beschreibung  von  Call,  subulatus
  ohne  Zweifel  ein  Männchen  und  da  er  p.  313  seinen  C.  laevigatus ­
  selbst  „sehr  ähnlich“  mit  jenem  nennt,  und  nur  die  Zähnelung  am
inneren  Rande  des  Pectoral-Strahles  als  ausgezeichnetes  Merkmal
angibt,  so  liegt  die  Vermuthung  sehr  nahe,  dass  diese  beiden  Arten
bloss  Männchen  und  Weibchen  derselben  Species  seien.
Diese  kurzen  Andeutungen  über  die  Geschlechtsunterschiede  bei
Callichthys  mögen  auch  zur  grösseren  Beachtung  solcher  hei  Fischen
überhaupt  anregen.  Dass  dies  bisher  nicht  genügend  geschah,  bedarf
nach  dem  Vorausgegangenen  wohl  keines  fernen  Beweises;  aber  es
muss  dies  aus  dem  Grunde  befremden,  da  bei  einer  Thiereiasse,  die
so  zu  sagen  ein  solches  Spiel  mit  Formen  treibt,  wie  die  der  Fische,
im  Voraus  die  Vermuthung  sich  aufdrängt,  dass  auch  die  Geschlechtssphäre ­
  nicht  minder  als  bei  andern  Classen  in  selbes  hineingezogen
werde.
1 )  Demnach  hätte  Lin  ne  (s.  dessen  Syst,  naturae,  t3.  Ausg.  S.  506)  zu
seinem  Callichthys  der  dem  asper,  entspricht,  ganz  richtig  als  Synonym
auch  Seba  III,  tab.  29  ,  fig.  13,  citirt;  Valenciennes  glaubt  aber  in
Seba’s  Figur  seinen  C.  laeviceps  zu  erkennen  und  von  asper  trennen
zu  müssen.
            
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