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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Gatt.  Callichlhys  und  die  Schwimmblase  bei  Doms  C.  Val.  139

meiner  Untersuchungen  die  reichen,  ihm  anvertrauten  Schätze  zu
öffnen,  sondern  seine  Güte  geht  so  weit,  dass  er  selbst  die  von  ihm
in  dieser  Partie  ausgeführten  Vorarbeiten  mir  zur  Benützung  überlässt.
Was  nun  die  Fortsetzung  meiner  Untersuchungen  betrifft,  so
erstrecken  sie  sich  nun  auf  die  Welse  im  engern  Sinne  und  zwar
zunächst  auf  die  Gattungen  Callichthys  und  Doras  Cv.  Val.,  als
diejenigen,  die  in  mehrfacher  Hinsicht  den  bereits  abgehandelten
Loricaten  sich  am  meisten  nähern.  Für  heute  beschränke  ich  mich
jedoch  nur  auf  die  vorläufige  Mittheilung  zweier  Verhältnisse,  die
mir  von  allgemeinerem  Interesse  zu  sein  scheinen.  Sie  betreffen  die
Geschlechts-Unterschiede  bei  der  Gattung  Callichthys  und  die
Formenverschiedenheiten  der  Schwimmblase  bei  den
Doraden.  Erstere  scheinen  bisher  gar  nicht  gewürdigt,  letztere  nur
theilweise  bekannt  zu  sein.
Der  Nachweis  der  Sexual-Unterschiede  bei  Callichthys  scheint
insoferne  von  allgemeinerem  Interesse,  als  sich  daraus  ergibt,  wie  die
Nichtbeachtung  derselben  in  diesem  Falle  zu  systematischen  Missgriffen ­
  führte,  als  ferner  der  Schluss  nahe  liegt,  dass  aus  gleichem
Grunde  sich  überhaupt  noch  manche  Irrthtimer  in  die  Ichthyologie
mögen  eingeschlichen  haben,  und  endlich  als  hieraus  ersichtlich  wird,
wie  trügerisch  oft  einzelne  Eigenschaften  bei  ihrer  Benützung  zu
charakteristischen  Merkmalen  sind.
Um  über  die  Geschlechtsunterschiede  bei  Callichthys  sprechen
zu  können,  muss  ich  vorausschicken,  dass  sämmtliche  Arten  dieser
Gattung  in  2  Gruppen  zu  vereinigen  sind,  von  denen  die  eine  durch
nackte  Haut  an  Brust  und  Bauch,  die  andere  aber  durch  starke  Knochenplatten ­
  daselbst  sich  auszeichnet;  ein  Umstand,  der  auch  bereits
von  Valenciennes  beachtet  wurde,  während  hingegen  der  Sexual-Verhältnisse
  bei  ihm  nirgends  Erwähnung  geschieht.  Unter  den  meist
m  Spiritus  aufbewahrten  Exemplaren,  die  das  kais.  Museum  insbesondere ­
  durch  Herrn  J.  Natt  er  er  erhielt,  finden  sich  glücklicher  Weise
noch  viele  mit  Eingeweiden  vor,  so  dass  die  Erkenntniss  von  Männchen ­
  und  Weibchen  durchaus  nicht  zweifelhaft  sein  kann.  Hiedurch
wurde  es  mir  möglich,  nicht  nur  die  anderweitigen  Geschlechtsuuterschiede
  als  solche  erkennen  zu  lernen,  sondern  auch  in  mehreren
Fällen  anzugeben,  ob  die  von  Valenciennes  und  d'Orbigny
beschriebenen  und  abgebildeten  Individuen  Männchen  oder  Weibchen
waren.
            
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