Gatt. Callichlhys und die Schwimmblase bei Doms C. Val. 139
meiner Untersuchungen die reichen, ihm anvertrauten Schätze zu
öffnen, sondern seine Güte geht so weit, dass er selbst die von ihm
in dieser Partie ausgeführten Vorarbeiten mir zur Benützung überlässt.
Was nun die Fortsetzung meiner Untersuchungen betrifft, so
erstrecken sie sich nun auf die Welse im engern Sinne und zwar
zunächst auf die Gattungen Callichthys und Doras Cv. Val., als
diejenigen, die in mehrfacher Hinsicht den bereits abgehandelten
Loricaten sich am meisten nähern. Für heute beschränke ich mich
jedoch nur auf die vorläufige Mittheilung zweier Verhältnisse, die
mir von allgemeinerem Interesse zu sein scheinen. Sie betreffen die
Geschlechts-Unterschiede bei der Gattung Callichthys und die
Formenverschiedenheiten der Schwimmblase bei den
Doraden. Erstere scheinen bisher gar nicht gewürdigt, letztere nur
theilweise bekannt zu sein.
Der Nachweis der Sexual-Unterschiede bei Callichthys scheint
insoferne von allgemeinerem Interesse, als sich daraus ergibt, wie die
Nichtbeachtung derselben in diesem Falle zu systematischen Missgriffen
führte, als ferner der Schluss nahe liegt, dass aus gleichem
Grunde sich überhaupt noch manche Irrthtimer in die Ichthyologie
mögen eingeschlichen haben, und endlich als hieraus ersichtlich wird,
wie trügerisch oft einzelne Eigenschaften bei ihrer Benützung zu
charakteristischen Merkmalen sind.
Um über die Geschlechtsunterschiede bei Callichthys sprechen
zu können, muss ich vorausschicken, dass sämmtliche Arten dieser
Gattung in 2 Gruppen zu vereinigen sind, von denen die eine durch
nackte Haut an Brust und Bauch, die andere aber durch starke Knochenplatten
daselbst sich auszeichnet; ein Umstand, der auch bereits
von Valenciennes beachtet wurde, während hingegen der Sexual-Verhältnisse
bei ihm nirgends Erwähnung geschieht. Unter den meist
m Spiritus aufbewahrten Exemplaren, die das kais. Museum insbesondere
durch Herrn J. Natt er er erhielt, finden sich glücklicher Weise
noch viele mit Eingeweiden vor, so dass die Erkenntniss von Männchen
und Weibchen durchaus nicht zweifelhaft sein kann. Hiedurch
wurde es mir möglich, nicht nur die anderweitigen Geschlechtsuuterschiede
als solche erkennen zu lernen, sondern auch in mehreren
Fällen anzugeben, ob die von Valenciennes und d'Orbigny
beschriebenen und abgebildeten Individuen Männchen oder Weibchen
waren.