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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Achille  de  Zigno  hier  angelangte  Sammlung  fossiler  Fische.  135

stehenden  Kopf,  zwei  Rückenflossen  und  eine  gabelförmige
Schwanzflosse;  Vomer  longispinus,  wie  auch  die  vorliegende  neue
Species  haben  einen  liegenden  Kopf,  eine  Rückenflosse  und  eine
abgerundete,  Bulistes-  oder  Pycnodus-artige  Schwanzflosse.
Zu  diesen  wesentlichen  Unterschieden,  welche  mich  eben  veranlasst ­
  bähen,  die  beiden  in  den  Tertiärablagerungen  des  Monte
Bolca  vorkommenden  Arten  von  der  einzigen  jetzt  lebenden  generisch
zu  trennen,  gesellt  sich  noch  eine  weitere,  beachtenswerthe  geographische ­
  Rücksicht.  Unter  den  fossilen  Fischen  des  Monte  Rolca  befindet ­
  sich  keine  einzige  Species,  welche,  mit  Ausnahme  einiger  gänzlich ­
  erloschener  Formen,  in  den  ostindischen  Gewässern  nicht  ihre
nächsten  Gattungsverwandten  aufzuweisen  hätten;  manche  darunter,
wie  Enoplosus-,  Pelates-,  Scatophagus-,  Zanclus-,  Naseus-,
Amphysile-,  Aulostoma-Arten  und  der  ausgezeichnete  Süsswasserlisch ­
  Toxotes,  sind  heut  zu  Tage  sogar  nur  alleinig  jenen  Gegenden
eigen.  Nun  gehört  aber  der  einzige  Repräsentant  der  Gattung  Vomer
bloss  den  amerikanischen  Meeren  an  und  es  würde  sehr  bedenklich
erscheinen,  wenn  auch  nur  ausnahmsweise,  eine  die  a  m  e  r  i  k  a  n  i  s  c  h  e
Fauna  charakterisirende  Gattung,  unter  den  unleugbar  der  ostindischen ­
  Fauna  angehörigen  fossilen  Fischen  des  Monte  Bolca
aufführen  zu  wollen.  Vomeropsis  ist  ein  erloschener  Typus,  der
keine  jetzt  lebenden  Arten  mehr  aufzuweisen  hat.
Vomeropsis  elongatus  unterscheidet  sich  als  eigene  Species
von  Vomeropsis  (Vomer)  longispinus  Agass.  vorzüglich  durch
den  niederem  gestreckteren  Körper,  dessen  grösste  Höhe  nicht  ganz
die  Hälfte  der  Körperlänge  (ohne  Schwanzflosse)  erreicht  und  die
Länge  des  Kopfes  nicht  übertrifft,  während  bei  Vomeropsis  longispinus ­
  die  Körperhöhe  die  Kopflänge  weit  übertrifft  und  mehr  als
die  Hälfte  der  Körperlänge  ausmacht.  Auch  ist  an  der  neuen  Art
das  Stirnprofil  vielmehr  wagrecht,  das  Ende  des  Körpers  schlanker
und  alle  Dornfortsätze  sind  kürzer,  zarter.  Rücken-  und  Afterflossenbasis ­
  enthalten  eine  gleiche  Länge,  welche  kaum  weniger  beträgt  als
die  grösste  Körperhöhe.  Die  Rückenflosse  besteht  im  Ganzen  aus
39  Strahlen,  davon  sind  die  drei  ersten  sehr  kurz,  der  vierte  ebenfalls ­
  noch  ungetheilte,  erreicht  die  ganze  Flossenhöhe  oder  ‘/3  der
Körperhöhe,  die  nachfolgenden  getheilten  Strahlen  nehmen  bis  zum
neunten  rasch  an  Länge  ab  und  die  übrigen,  um  die  Hälfte  niederer
als  der  vierte,  bilden  einen  gleichförmigen  geraden  Flossenrand.  Die
            
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