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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Rückenmarkstränge  und  ihrer  Fortsetzungen  zum  Gehirne.  113
solcher  Stränge,  die  sich  in  geringerer  Entfernung  von  der  eomprimirten
  Stelle  in  ihrem  ganzen  Umfang  erkrankt  zeigen.
b)  Der  völlige  Mangel  von  secundärer  Erkrankung  in  mehreren
von  uns  beobachteten  Fällen  von  alten  partiellen  Erkrankungen  der
weissen  Rückenmärksubstanz,  welche  selbst  stellenweise  bis  zum
völligen  Verschwinden  der  Nervenröhren  gediehen  waren.
c)  Das  Verhalten  des  Rückenmarkes  von  Individuen,  die  vor
längerer  Zeit  amputirt  worden  waren.  In  zwei  solchen  von  mir  untersuchten ­
  Fällen,  in  deren  einem  (Amputation  des  Oberschenkels)
nahe  an  2  Jahre,  in  dem  2.  (Amputation  des  Oberarmes  in  der  Nähe
des  Ellbogengelenkes)  über  2  Jahre  nach  der  Amputation  verflossen
waren,  verhielt  sich  das  Rückenmark  oberhalb  und  unterhalb  des  Ursprunges ­
  der  betreffenden  Nervenplexus,  das  verlängerte  Mark,  die
Brücke,  so  wie  in  einzelnen  Durchschnitten  auch  das  Gehirn  bei  der
mikroskopischen  Untersuchung  völlig  normal.  Im  2.  Fall  waren  die
Nervenwurzeln  der  3  letzten  Hals-  sowie  des  ersten  Brustnerven  der
entsprechenden  Seite  deutlich  verschmächtigt.  Es  sei  hier  im  Vorbeigehen ­
  bemerkt,  dass  alle  hinteren  Nervenwurzeln  des  3.  Hals-  his
mcl.  1.  Brustnerven,  so  wie  auch  die  vorderen  Wurzeln  des  S.  und
8.  Halsnerven  der  entsprechenden  Seite  in  ihren  Nervenröhren  auf
das  Genaueste  und  Vollständigste  untersucht,  aber  letztere  durchaus
normal  gefunden  wurden.  Es  zeigte  sich  nirgends  eine  Spur  jener
Degeneration,  die  in  neuerer  Zeit  von  Waller,  Budge,  Schiff
nachNervendurchschneidungen  anThieren  angegeben  wurde,  und  die
mh  in  einem  pathologischen  Fall  am  Menschen  ebenfalls  in  hohem
Grade  vorhanden  fand.
Diese  Beobachtungen  thun  dar,  dass  die  unterbrochene  Leitung ­
  durch  eine  beträchtliche  Anzahl  von  Nervenröhren  zur  Erzeugung ­
  einer  secundären  Rückenmarkserkrankung  noch  nicht  hinreicht.
Sie  zeigen  uns,  dass  hier  noch  Momente  im  Spiele  sind,  die  uns
gänzlich  entgehen.  Dabei  bleiben  jedoch  die  in  unserer  jetzigen  und
früheren  Abhandlung  enthaltenen  Schilderungen  des  aus  unseren
pathologischen  Beobachtungen  sich  ergebenden  anatomischen  Verlaufes ­
  gewisser  Rückenmarkstränge,  so  wie  auch  die  Thatsache
vollkommen  unangefochten,  dass  gewisse  Stränge  nur  in  bestimmten
Dichtungen  secundär  erkranken,  welche  freilich  wohl,  wenn  man
die  Voraussetzung  von  der  Identität  dieser  Richtungen  mit  jener  der
normalen  Leitung  nicht  gelten  lassen  wollte,  völlig  räthselhaft  würde.
SUzb.  d.  mathem.-naturw.  CI.  XI.  Bd.  I.  Hft.  8
            
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