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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Tiirck.  Über  secumliire  Erkrankung  einzelner

Unterhalb  der  Stelle  der  stärksten  Compression  nahm  die  Erkrankung ­
  der  Hinterstränge  successive  ab,  um  beim  Fortbestehen
jener  der  Vorderstränge,  meist  noch  innerhalb  der  Exsudates  der
dura  mater  völlig  zu  verschwinden.
In  allen  jenen  Fällen,  welche  im  Obigen  als  solche  einer
secundären  Erkrankung  der  Hinter-  und  Seitenstränge  in  ihrem  ganzen ­
  Umfange  angeführt  wurden,  reichte  die  Erkrankung  derselben
noch  um  eine  oder  mehrere  Insertionsstellen  über  das  comprimirende
  Exsudat  oder  Afterproduct  hinaus  nach  aufwärts,  ebenso
reichte  die  Erkrankung  der  ganzen  Seiten-  und  Vorderstränge  in
den  6  später  angeführten  Fällen  tiefer  nach  abwärts  als  das  Exsudat;
es  lässt  sich  also  die  totale  Erkrankung  der  bezeichneten  Stränge
nicht  etwa  als  unmittelbare  Folge  des  bald  mehr  die  vordere,  bald
mehr  die  hintere  Fläche  des  Rückenmarkes  treffenden  Druckes
ansehen,  da  unter  den  verschiedensten  Verhältnissen  des  stattgehabten
Druckes  immer  in  gleicher  Weise  dieselben  Stränge  oberhalb  und
wieder  andere  unterhalb  der  stärksten  Compression  betheiligt  waren.
Es  folgt  dagegen  nothwcndiger  Weise  aus  dem  bisher  Gesagten,  dass
gewisse  Stränge  (die  Hinterstränge)  nur  in  centripetaler,  andere
(die  Vorderstränge)  nur  in  centrifugaler,  und  wieder  andere  (die
Seitenstränge)  in  beiden  Richtungen  secundär  erkranken  können.
Die  Vorstellung,  dass  einzelne  Rückenmarkstränge  bei  gewissen
alten  Gehirnherden  oder  andauernder  Compression  einer  Stelle  des
Rückenmarkes  keinen  Impuls  mehr  in  centrifugaler  oder  centripetaler
Richtung  empfangen,  und  in  Folge  der  lange  unterbrochenen  Leitung
degeneriren,  dass  diese  secundäre  Erkrankung  daher  (im  Sinne  der
Nervenströmung  in  den  betreffenden  Strängen  gesprochen)  stets  vor
dem  Gehirn-  oder  Rückenmarksherde  stattfinden  müsse,  oder  was
dasselbe  ist,  dass  die  Rückenmarkstränge  in  derselben  Richtung
leiten,  in  der  sie  secundär  erkranken,  scheint  ganz  evident,  und  die
einzig  mögliche  zur  Erklärung  jener  Erkrankung  zu  sein.  Wir  haben
dagegen  in  neuerer  Zeit  Beobachtungen  gemacht,  welche  zeigen,
dass  dieser  Gegenstand  als  kein  völlig  abgeschlossener  zu  betrachten ­
  ist.
Jene  Beobachtungen  sind  folgende
a)  Die  in  dieser  Abhandlung  bereits  ausführlich  dargelegte
Beschränkung  der  secundären  Erkrankung  in  grösserer  Entfernung
von  der  comprimirten  Stelle  des  Rückenmarkes  auf  blosse  Partien
            
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