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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Riickenmarksti'änge  und  ihrer  Fortsetzungen  zum  Gehirne.  107

dei's  wichtig  ist  in  dieser  Beziehung  der  zuletzt  angeführte  Fall  des
August  Helbig,  in  welchem  der  Hinterstrang  zwischen  der  Insertion
des  2.  und  3.  Halsnerven  in  seinem  ganzen  Umfange  Körnchenzellen
darbot,  also  an  einer  Stelle,  wo  der  sulc.  intermed.  post,  bereits
existirt.
Dieses  Überwiegen  der  inneren  Segmente  konnte  nicht  etwa
dadurch  bewirkt  werden,  dass  dieselben  einem  stärkeren  Druck  ausgesetzt ­
  gewesen  wären,  ja  im  Gegentheile  hätte  in  ein  paar  Fällen
nach  der  Lage  des  comprimirenden  Exsudates  der  auf  jene  Segmente
wirkende  Druck  eher  ein  geringerer  als  stärkerer  sein  müssen.
In  2  Fällen,  wo  die  Erkrankung  der  Hinterstränge  nur  eine
geringe  war,  wurde  es  nicht  versucht,  eine  Ungleichheit  zwischen
inneren  und  äusseren  Segmenten  nachzuweisen,  die  Erkrankung  war
in  einem  Falle  schon  zwischen  der  Insertion  des  3.  und  6.  Halsnerven
völlig  erloschen.
In  meinen  3  älteren  Fällen  konnte  ich  die  secundäre  Erkrankung,
welche  in  allen  eine  intensive  war,  in  abnehmender  Intensität  bis  in
die  zarten  Stränge  als  Fortsetzungen  der  inneren  hinteren  Segmente ­
  der  Hinterstränge  verfolgen;  dasselbe  gelang  mir  auch  in  4
meinerneuen  Fälle;  es  waren  stets  noch  7  —  SW"  unterhalb  des
unteren  Brückenrandes  deutliche  obgleich  sparsame  oder  wenigstens
massig  zahlreiche  Körnchenzellen  zu  sehen,  ja  in  einem  Falle  verbreiteten ­
  sie  sich  in  einem  ganz  schmalen  die  Mittellinie  des  vierten
Ventrikels  einschliessenden  Streifen  so  weit  nach  aufwärts,  dass  sie
noch  auf  einem  4  —  4 1 / 2 "  unterhalb  des  unteren  Brückenrandes
geführten  Querschnitt  in  mässiger  Anzahl  sichtbar  wurden.
Unter  den  4  anderen  Fällen  waren  einmal  die  Körnchenzellen
schon  11"'  unterhalb  des  unteren  Brückenrandes  völlig  verschwunden,
obwohl  sie  sich  an  der  Insertionsstelle  des  4.  Halsnerven  noch  ziemlich ­
  zahlreich  und  gross  vorfanden,  das  frühere  Verschwinden  schien
hier  durch  die  kürzere  Dauer  des  Processes  bedingt  zu  sein,  indem
die  Körnchenzellen  an  allen  untersuchten  Stellen  noch  blass  und  ihre
Körnchen  undeutlich  waren.
Hie  3  übrigen  Fälle  wurden  nicht  oberhalb  der  Insertionsstellen
des  2.  4.  Halsnerven  untersucht.
Hie  Seitenstränge  waren  unter  13  neueren  Fällen  nur  Smal
in  ihrem  ganzen  oder  im  grössten  Theile  ihres  Umfanges  secundär
erkrankt  (s.  Fig.  3).
            
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