Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

der  Kreideschichten  in  den  Ostalpen.

5

faeten  auszeiclinet.  Wenn  nicht  ganz  gleiche  Gesteinschichten  auch
in  den  unteren  Gruppen  wiederkehren  würden,  könnte  man  sich  sehr
nicht  versucht  fühlen,  dieselben  für  tertiär  zu  halten.
Die  untere,  weit  mächtiger  entwickelte  Gruppe  besteht  ihrer
Hauptmasse  nach  aus  grauen,  gelb-  oder  blaugrauen,  zum  Theile  sehr
weichen  Mergeln,  die  stellenweise  einen  ungemeinen  Reichthum  der
mannigfachsten  organischen  Reste  beherbergen.  Ihnen  sind  alle  anderen ­
  Gesteinschichten,  an  denen  die  Gosau  so  reich  ist,  eingelagert.
Sie  wechseln  vielfach  mit  Ränken  von  Kalkstein,  kalkigem  Sandstein
und  mit  Conglomeraten,  die  vorzüglich  an  der  Rasis  des  ganzen
Schichtensystems  und  an  der  nordöstlichen  Grenze  desselben  mächtig
entwickelt  sind.  Resonders  interessant  sind  einzelne  Ränke  von  Kalkstein ­
  oder  kalkigem  Mergel,  die  von  einer  erstaunlichen  Menge  von
Rudisten  (vorzüglich  Hippuriten,  seltener  Radioliten  und  Caprinen),
so  wie  auch  von  einem  überraschenden  Formenreichthum  von  Korallen
erfüllt  sind  —  die  sogenannten  Hippuriten-  und  Korallenkalke  —
während  andere  wieder  beinahe  ganz  aus  den  fossilen  Schalen  grosser
Actäonellen  und  Nerineen  zusammengesetzt  sind.  So  constant
übrigens  der  Charakter  dieser  Schichten  ist,  so  können  sie  doch
nicht,  wie  man  es  mehrfach  gethan  hat,  für  eine  besondere  Etage  des
Gosausystems  angesprochen  werden,  da  sie  in  demselben  keine  bestimmte ­
  Stelle  einnehmen,  sondern  in  dem  verschiedensten  Niveau
auftreten,  bald  tief  unten,  bald  wieder,  wie  an  der  Traunwand,
hoch  oben,  fast  an  der  Spitze  der  ganzen  versteinerungsführenden
Gruppe.
Dass  sämmtliche  Gosauschichten  der  Kreideformation  angehören,
wurde  schon  von  den  meisten  Geognosten,  welche  früher  die  Gosau
untersucht  haben,  ausgesprochen.  Nur  war  man  nicht  ganz  einig
darüber,  welche  Stelle  ihnen  in  der  Reihe  der  Kreidegebilde  angewiesen ­
  werden  solle.  Zuerst  glaubte  man  in  ihnen  die  Vertreter  mehrerer ­
  Kreide-Etagen  zu  finden;  in  der  jüngsten  Zeit  überzeugte  man
sich  dagegen,  dass  dies  nicht  der  Fall  sei  und  dass  die  Gosaugebilde
  vorzugsweise  den  jüngeren  Kreideschichten  zu  parallelisiren
seien.  Wenn  man  dies  auch  —  nur  durch  sehr  wenige  Fossilreste
geleitet  —  mehr  ahnte  als  bewies,  so  haben  doch  meine  sorgfältigen ­
  paläontologischen  Untersuchungen  diese  Ansicht  vollkommen
bestätigt;  ich  glaube  in  meiner  Abhandlung  mit  Gewissheit  nachgewiesen ­
  zu  haben,  dass  die  Gosauschichten  die  Vertreter  des  Systeme
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.