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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Anordnung  der  kleinsten  Theilchen  in  Krystailen.

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einnehmenden  Perikline  von  Pfitscli  in  Tirol  mit  den  umgebenden
parallelen  Adularkrystallen,  wie  ich  sie  in  einer  früheren  Mittheilung')
als  in  dem  Fortschritte  einer  dem  Saigerungsprocess  analogen  Umkrystallisirung
  begründet  zu  erklären  suchte.
Seit  den  Arbeiten  des  scharfsinnigen  Haiiy,  dessen  Theorie
der  Krystall-Bildung  aus  kleinen  Theilchen  —  Molekülen  —  so  vielen ­
  Anklang  fand,  folgt  man  namentlich  in  Frankreich  noch  gerne
den  Fussstapfen  des  grossen  Meisters,  wenn  auch  mit  den  so  sehr
vermehrten  Mitteln,  die  man  der  spätem  Entwickelung  anderer  Zweige
der  Naturwissenschaften  verdankt.  Haüy  verfolgte  für  den  geometrischen ­
  Aufbau  bis  ins  Kleinste  nur  die  Form  gleichartiger  Theilchen.
Um  ein  Bild  von  derAnsicht  der  Molecular-Physik  über  die  Kleinheit ­
  dieser  Theilchen  zu  geben,  sei  es  mir  erlaubt,  eine  Stelle  aus  Herrn
AbbeMoigno’s  Bericht  über  die  Ansichten  des  Herrn  Seguin  aine
über  die  Cobäsion  und  die  Entfernung  der  materiellen  Theilchen  oder
Molecule  der  Körper 2 )  anzuführen:  „Schon  Muschenbroek  hatte,
„als  selbst  durch  Versuche  erwiesen,  folgende  zwei  Sätze  ausgesprochen: ­
  1.  Wie  gross  immer  das  Volumen  eines  Körpers  ist,  so  haben
„die  leeren  Räume  zwischen  seinen  Theilchen  eine  so  grosse  Ausdehnung, ­
  dass  man  begreifen  kann  wie  dieser  Körper,  ohne  irgend
„etwas  von  seiner  Substanz  zu  verlieren,  auf  ein  unendlich  kleines
„Volum  gebracht  werden  könnte,  wie  ein  Sandkorn  oder  bis  zu  kaum
„sichtbarer  Grösse;  2.  In  dem  kleinsten  Sandkorn,  in  dem  kleinsten
„sichtbaren  Stäubchen  gibt  es  doch  noch  so  viele  wirklich  getrennte
„Theilchen,  dass  man  daraus  eine  Kugel  von  beliebiger  Grösse  bilden
„könnte,  in  welcher  doch  zwei  zunächst  an  einander  liegende  Theilchen ­
  eine  geringere  Entfernung  von  einander  haben,  als  jede  an-„gebbare
  Länge.  Herr  Seguin  stellt  den  Ausdruck  anders,  ohne  im
„Geringsten  den  Satz  des  gelehrten  holländischen  Physikers  miss-„acliten
  zu  wollen,  er  sagt:  Wie  dicht  auch  immer  ein  Körper  sei,
„seine  letzten  Atome  sind  doch  im  Vergleich  zu  ihrem  Volum  so
„entfernt  von  einander,  als  die  Himmelskörper  im  Welträume.Aber
so  weit  entfernt  von  dem  Ausgangspunkt  als  man  nur  immer  will,
bleibt  dann  doch  immer  noch  ein  Schritt  weiter,  und  der  besteht  in
der  Autlösung  gleichartiger  Theilchen  in  ungleichartige,  der  Quarz

')  Sitzungsberichte  der  kaiserlichen  Akademie  der  Wissenschaften  I,  S.  193.
2 )  Cosmos  Nr.  29,  S.  698.
            
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