Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

90

Haidinger.  Eine  Bemerkung  über  die

Aber  eine  eigentümliche  Farbenerscheinung  deutet  an,  dass  auch
hier  beide  Oxydationsstufen  Vorkommen,  wie  es  auch  in  der  Formel
sichtbar  ist,  nämlich  der  Dichroismus.  Durch  die  dichroskopische
Loupe  hei  senkrechter  Hauptaxe  untersucht,  zeigt  der  Glimmer  ein
oberes  ordinäres  Bild  von  dunkelgrüner,  ein  unteres  extraordinäres
Bild  von  gelber  hellerer  Farbe;  weisses  gewöhnliches  Liebt  wird  beim
Durchgänge  durch  den  Glimmer  zertheilt,  ein  Theil  desselben  grün
gefärbt,  ist  in  der  Dichtung  der  Axe  polarisirt,  der  andere  gelb  gefärbt
ist  senkrecht  auf  die  Axe  polarisirt,  und  zwar  durch  Schwingungen
der  Licbtäthertbeilchen,  welche  für  Grün  in  allen  Azimuthen  senkrecht ­
  auf  der  Axe  stehen,  für  Gelb  in  der  Dichtung  derselben  Statt
linden.  Zwei  Farben  sind  es,  zweierlei  Oxydationsstufen,  jede  der
letztem  wird  einer  der  ersteren  angehören,  aber  sie  sind  auch  aus
andern  Beobachtungen  bekannt,  zum  Beispiel  der  gelben  durch  Eisenoxyd ­
  in  der  äussern  oxydirenden  Löthrohrflamme  gefärbten  Perle,  der
grünen  in  der  innern  reducirenden  Flamme,  so  wie  in  vielen  wohlbekannten
  Eisenoxyd-  und  Eisenoxydulverbindungen.  Die  Farbe  des
Eisenoxydes  ist  senkrecht  auf  die  Axe,  die  Farbe  des  Oxyduls  in  der
Richtung  derselben  polarisirt.  So  wie  liier  bei  dem  Biotit  oder  Magnesiaglimmer ­
  ist  dies  auch  bei  Pennin  und  allen  Arten  von  Chloriten ­
  der  Fall.  Die  Form  des  Eisenoxydes  ist  bekanntlich  das  Rhomboeder ­
  des  Eisenglanzes  von  85°  58'  (85°  50'  Philipps,  Brooke  und
Miller).  Will  man  sie  in  der  Form  des  Glimmers  in  möglichst  paralleler ­
  Stellung  denken,  so  würde  nur  die  eine  der  Axe  parallel  vorhanden ­
  sein,  die  Theilchen  des  Eisenoxyduls  müssten  aber  senkrecht
auf  die  Axe,  und  zwar  in  eine  solche  Lage  gebracht  werden,  dass
die  Gesammtwirkung  senkrecht  auf  die  Axe  doch  nach  allen  Richtungen ­
  gleich  sei.  Dies  wird  erreicht,  wenn  man  je  drei  Theilchen  sich
in  Winkeln  von  60°  und  120°schneiden  lässt;  es  entsteht  ein  Netzwerk, ­
  welches  über  die  ganze  Fläche  hin  gleichförmig  vertheilt  ist,
und  daher  nothwendig  auch  nach  allen  Richtungen  einen  gleichen
Eindruck  machen  muss.  Merkwürdig  ist  noch,  dass  in  den  Glimmertafeln, ­
  im  Biotit,  wie  sie  im  Fassathale  Vorkommen,  die  färbende  Materie ­
  in  concentrischen  Schichten  abwechselnd  dichter  abgelagert  ist.
Aber  als  der  Glimmer  gebildet  wurde,  war  noch  kein  Magneteisenstein
da.  Dieser  entstand  später,  die  Lage  der  kleinsten  Theilchen  desselben
„glauben  wir  zu  verstehen,”  wenn  wir  sagen,  der  allmähliche  spätere ­
  Absatz  gleichartigen  Stoffes  erfolgte  dergestalt,  dass  sie  eine
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.