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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

neu  entdecktes  Cetaceum  aus  Radoboy.

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genommen,  welche  hin  und  wieder  verschoben  sind,  so  dass  es
schwer  ist  zu  bestimmen,  welche  Fläche  der  Plättchen,  die  convexe
oder  die  liniirte,  die  äussere  ist.  Andere  Stellen  begünstigen  die
Ansicht,  dass  die  hellere  planere  Seite  die  innere  sein  wird.  Doch
wird  man  darüber  streiten  können,  zumal  da  die  Unterschiede  der
Seiten  oder  Flächen  der  Plättchen  an  andern  Stellen  als  der  Flosse
viel  weniger  ausgebildet  sind.
Am  Arm  ist  die  liniirte  Bedeckungsschicht  so  wenig  erkennbar
oder  aufgeschlossen  als  die  Plättchen.  An  der  Flosse  von  der  Handwurzel ­
  an  sind  nur  Plättchen  zu  sehen,  nichts  von  der  liniirten
Schicht;  an  der  Handwurzel  sind  Reste  der  liniirten  Schicht  zugleich
mit  Resten  der  Plättchen  zu  sehen.  An  dem  übrigen  Theil  des  Fossils, ­
  wo  die  liniirte  Schicht  am  schönsten  erhalten  ist,  fehlen  meist
die  Plättchen,  nur  einige  wenige  Stellen  zeigen  wieder  beides  zugleich. ­
  Hier  wird  es  wahrscheinlich,  dass  die  Plättchen  nicht  in  der
heilem  liniirten  Schiebt,  sondern  in  der  schwarzen  verkohlten
Schicht  ihren  Sitz  haben.
Professor  Braun,  dem  ich  das  Fossil  in  Beziehung  auf  die  in
demselben  Gestein  enthaltenen  Pflanzenabdrücke  zeigte,  erklärte,
dass  die  liniirte  Bedeckung  auf  keinen  Fall  von  Pflanzen  herrühren
könne.  Ein  paar  Blätterabdrücke  auf  dem  Stein  bezieht  derselbe
auf  Quercus  loncliitis  Unger.
Die  liniirte  Schicht  und  die  Knochenplättchen  gehören  ohne
Zweifel  zusammen  und  mit  sammt  der  schwarzen  Schicht  zu  der
Hautbedeekung  eines  Thiers.  Wenn  sie  nicht  zu  dem  von  ihnen
bedeckten  Thierreste,  nicht  zu  der  Extremität  und  den  andern  Knoehen
  gehören,  so  würden  die  letztem  gewiss  nur  einem  Delphin  zuzusehreiben
  sein.  Wenn  aber  die  Bedeckung  zu  den  Flossenknochen
gehört,  so  kann  an  unsere  heutigen  Delphine  nicht  gedacht  werden,
Und  wir  haben  es  dann  mit  einem  neuen,  den  Delphinen  verwandten
Typus  der  Vorwelt  zu  thun.
Ob  die  Knochenplatten,  welche  Gervais  als  bei  Vendargues
gefunden  kurz  anzeigt,  auf  die  Hautknochen  einer  Sphargis  bezieht
und  mit  Sphargis  pseudostracion  bezeichnet,  bei  dem  gegenwärtigen ­
  Fossil  in  Betracht  kommen,  lässt  sich  dermalen  nicht  ermessen,
da  die  näheren  Angaben  über  diese’Knochenplatten  fehlen.
Hoffentlich  werden  sich  mit  der  Zeit  noch  andere  auf  das  fragliche ­
  Thier  bezügliche  Reste  in  der  Formation  von  Radoboy  finden.
            
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