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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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Müller.  Bericht  über  ein

Laurent  stellt  nun  als  Grund  der  Ähnlichkeit  den  gleichgrossen ­
  Sauerstoflgehalt  auf,  und  macht  es  dadurch  ganz  unbegreiflich,
warum  Indigo,  Alkohol,  Bleisuperoxyd  und  Bittermandelöl  so  unähnliche ­
  Körper  sind,  da  sie  doch  alle  2  Äq.  Sauerstoff  enthalten,  oder
soll  vielleicht  künftighin  Alkohol  =  C 0  H ä  0 3  Bittermandelöl  C äS  H l3  0 4
und  Bleisuperoxyd  Pb 3  O c  geschrieben  werden?
Es  ist  möglich,  dass  die  Formeln  aller  Gerbsäuren,  wie  sie  von
Liebig,  Pelouze  und  Andern  aufgestellt  wurden,  unrichtig  sind.
Die  Formeln,  die  ich  für  die  Gerbsäuren  gegeben  habe,  mögen  falsch
sein,  das  will  ich  dem  Hrn.  Laurent  zugehen,  denn  Niemand  ist
unfehlbar,  und  die  Gerbsäuren  sind  schwierig  zu  untersuchen.  Jedermann ­
  wird  sich  Dem  verpflichtet  fühlen,  der  diese  Irrthümer  durch
gewissenhafte  Untersuchungen  aufdeckt  und  bessere  Formeln  an  die
Stelle  der  irrigen  setzt,  dass  aber  mit  der  Anwendung  des  Ein  Mal
Eins,  wie  es  Laurent  handhabt,  ohne  experimentelle  Grundlage
Nichts  gethan  sei  in  der  Wissenschaft  und  für  dieselbe,  darüber  kann
kein  Zweifel  sein.

Bericht  über  ein  neu  entdecktes  Cetaceum  aus  Radoboy,
Delpliinopsis  Freyerii.
Von  dem  Ehrenmitgliede  der  kaiserlichen  Akademie  der  Wissenschaften,
Prof.  Johannes  Müller
in  Berlin.
(Vorgelegt  von  dem  w.  M.  Cuslos  Heck  ei.)
Herr  Frey  er  hat  mir  ein  von  ihm  entdecktes  Fossil  von  Radoboy ­
  zur  Bestimmung  mitgetheilt.  Es  liegen  vor:  einTheil  der  Rippen,
das  Schulterblatt,  der  zum  grössten  Theil  erhaltene  Arm  mit  der
Hand,  die  Epiphysen  von  Wirbeln,  deren  übrigen  Theile  fehlen,  mit
Ausnahme  der  sehr  platten  Dornfortsätze,  deren  Bruch  in  die  Grenzen ­
  der  Steinplatte  fällt,  ferner  verschiedene  nicht  mehr  zu  entwirrende ­
  Trümmer  von  Knochen.  Die  Epiphysen  von  Wirbeln  beweisen,
dass  die  Knochen  einem  Säugethier,  nicht  einem  Amphibium  angehören. ­
  Das  Hauptstück  ist  die  Extremität,  welche  die  eines  schwimmenden ­
  Säugethiers  ist,  und  in  eine  Flosse  endigt.  An  eine  Sphargis
  ist  schon  wegen  der  Wirbel-Epiphysen  und  der  Dornfortsätze
nicht  zu  denken.  Die  Flosse  hat  auch  mit  den  Handknochen  der
            
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