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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Nachschrift  zu  der  Untersuchung  über  Äsculin.

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Warum  diese  Säuren,  und  wahrscheinlich  noch  mehrere  Andere
unter  Einwirkung  verdünnter  Mineralsäuren  bei  erhöhter  Temperatur
Zucker  liefern,  viele  andere  Säuren  nicht,  ist  unbekannt  und  kann
durch  Willkür  in  der  Änderung  der  Formeln  nicht  erklärt  werden.
Es  ist  ebenso  unbekannt,  warum  bei  der  trockenen  Destillation  viele
Substanzen,  ein  dem  Zucker  procentisch  gleichzusammengesetztes
Product  das  Essigsäurehydrat  liefern,  während  andere  ähnliche
Körper  keine  Spur  davon  unter  denselben  Verhältnissen  geben.
Wenn  man  auf  diese  gedachten  Säuren,  ausgehend  von  der  Annahme, ­
  dass  sie  ein  Kohlehydrat  mit  12  Äq.  Kohle  enthalten,  neue
Formeln  berechnet,  wie  dies  Strecker  bei  der  Gerbsäure  gethan
hat,  so  wird  man  in  Zukunft  für  jede  solche  Säure  zwei  Formeln
haben,  eine  von  ihren  Salzen,  eine  zweite  von  ihren  Zersetzungsproducten
  abgeleitete,  die  sich  nicht  auf  einander  zurückführen  lassen.
Ob  damit  etwas  gewonnen  ist,  wage  ich  zu  bezweifeln.
Ich  kann  nicht  umhin  hier  auf  eine  von  Laur  e  nt  gemachte
Zusammenstellung  der  erwähnten  Glucosamide  und  mehrerer  Gerbsäuren ­
  die  Aufmerksamkeit  zu  lenken.
Die  Zusammensetzung  von  mehreren  Gerbsäuren  war  nicht  vereinbar ­
  mit  den  Ansichten  von  Laurent.  Er  berechnete  daher  neue
Formeln  für  mehrere  derselben.
L  aur  ent  behauptet,  dass  alle  der  Gallussäure  ähnlichen  Säuren,
wie  diese  5  Äq.  Sauerstoff  enthalten  müssten,  und  alle  der  Galläpfelgerbsäure ­
  entsprechenden  wie  diese  26  Äquivalente  Sauerstoff
(nach  der  Formel  der  Galläpfelgerbsäure  von  Laurent).
Nachdem  ich  in  den  letzten  Jahren  mit  mehreren  Säuren,  die
man  Gerbstoffe  zu  nennen  pliegte  bekannt  geworden  war,  und  sah,
dass  sie  so  wie  alle  andern  bekannt  gewordenen  Säuren  dieser  Art,
entweder  nach  der  Formel  Cu  TJ a  0„  zusammengesetzt  waren,  oder
der  Formel  C u  H e  0„  entsprachen  oder  C 18  H s  O n  waren,  welche
Letzteren  sehr  leicht  eine  Säure  von  der  Formel  C lk  H-,  0„  oder
C i4  H e  0„  liefern,  so  glaubte  ich,  dass  in  diesem  gleichgrossen
Kohlegehalt  und  nahezu  gleichgrossen  Wasserstoffgehalt  die  Ähnlichkeit ­
  dieser  Säuren  begründet  wäre,  so  wie  ich  die  Ähnlichkeit
von  Kali  und  Natron  in  der  Ähnlichkeit  von  Kalium  und  Natrium
und  die  Verschiedenheit  von  Manganoxydul  und  Quecksilberoxyd
in  der  Verschiedenheit  des  Mangan  vom  Quecksilber  gegründet
glaubte.
            
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