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Rochleder und Schwärz.
Menge fortwährend zunimmt. Wenn die Flüssigkeit durch Verdunsten
so concentrirt wird, dass die Schwefelsäure eine weiter eingreifende
Zersetzung bewerkstelligen würde, was aus der Färbung der Flüssigkeit
an den Rändern zu ersehen ist, nimmt man die Schale vom Wasserbade
und lässt sie bei einer Temperatur von 8°—10° C. durch
24 Stunden ruhig stehen. Man trennt die Krystalle, die sich während
dem Stehen vermehrt haben, durch ein Filter von der sauren Flüssigkeit.
Sie wird mit kohlensaurem Bleioxyd versetzt, so lange noch ein
Aufbrausen bei Zusatz einer neuen Menge dieses Salzes entsteht,
dann erwärmt und vom schwefelsauren Bleioxyd abfiltrirt. Sie ist
schwach grünlich gefärbt, und enthält eine Spur Bleioxyd. Man setzt
Thierkohle zu, erhitzt zum Sieden, filtrirt und erhält so die Flüssigkeit
vollkommen frei von Blei und entfärbt. Sie hinterlässt im Wasserbade
verdunstet einen schwach gelblichen, sehr süss schmeckenden
dickflüssigen Syrup, der nach beiläufig vierzehn Tagen zu einer
Masse von weisseri Krystallen erstarrt.
Die obenerwähnten prismatischen Krystalle müssen von einer
kleinen Menge eines braungelben Farbstoffes gereinigt werden, der
ihnen hartnäckig anhängt. Man löst sie zu diesem Zweck in siedendem
Wasser auf, gibt Thierkohle hinzu, und filtrirt nach einiger Zeit
die siedende Lösung von der Kohle ab. Die Krystalle scheiden sich
aus der Lösung während dem Erkalten aus. Sie besitzen so nur einen
schwachen Stich in’s Gelbe. Unter I. ist die Analyse so gereinigter
Substanz angegeben die mit Salzsäure aus Äsculin dargestellt
worden war. Unter II. findet sich die Analyse der ebenso gereinigten
Substanz, mittelst Schwefelsäure aus Äsculin bereitet.
Die Krystalle dieser Substanz, die wir Äsculetin nennen
wollen, sind sehr schwer im Wasser löslich, selbst kochendes Wasser
löst nur kleine Mengen, die sich beim Erkalten aussoheiden, in Form
von Nadeln und Blättchen, die grosse Ähnlichkeit mit Benzoesäure
zeigen. Auf einem Filler gesammelt und getrocknet, überziehen sie
das Papier in Form einer silberglänzenden Haut, die sich leicht abheben
lässt. Das Äsculetin löst sich wenig in kaltem, leicht in siedendem
Weingeist und scheidet sich nach dem Erkalten grossentheils
wieder ab. Es besitzt den Charakter einer sehr schwachen Säure.
Wasser, dem etwas Alkali zugefügt wurde, löst dasselbe mit Leichtigkeit
auf. Diese Lösungen sind goldgelb gefärbt, auf Zusatz einer
Säure verschwindet die Farbe und es entsteht ein Niederschlag des