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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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Rochleder  und  Schwärz.

Menge  fortwährend  zunimmt.  Wenn  die  Flüssigkeit  durch  Verdunsten
so  concentrirt  wird,  dass  die  Schwefelsäure  eine  weiter  eingreifende
Zersetzung  bewerkstelligen  würde,  was  aus  der  Färbung  der  Flüssigkeit ­
  an  den  Rändern  zu  ersehen  ist,  nimmt  man  die  Schale  vom  Wasserbade ­
  und  lässt  sie  bei  einer  Temperatur  von  8°—10°  C.  durch
24  Stunden  ruhig  stehen.  Man  trennt  die  Krystalle,  die  sich  während
dem  Stehen  vermehrt  haben,  durch  ein  Filter  von  der  sauren  Flüssigkeit. ­
  Sie  wird  mit  kohlensaurem  Bleioxyd  versetzt,  so  lange  noch  ein
Aufbrausen  bei  Zusatz  einer  neuen  Menge  dieses  Salzes  entsteht,
dann  erwärmt  und  vom  schwefelsauren  Bleioxyd  abfiltrirt.  Sie  ist
schwach  grünlich  gefärbt,  und  enthält  eine  Spur  Bleioxyd.  Man  setzt
Thierkohle  zu,  erhitzt  zum  Sieden,  filtrirt  und  erhält  so  die  Flüssigkeit ­
  vollkommen  frei  von  Blei  und  entfärbt.  Sie  hinterlässt  im  Wasserbade ­
  verdunstet  einen  schwach  gelblichen,  sehr  süss  schmeckenden
dickflüssigen  Syrup,  der  nach  beiläufig  vierzehn  Tagen  zu  einer
Masse  von  weisseri  Krystallen  erstarrt.
Die  obenerwähnten  prismatischen  Krystalle  müssen  von  einer
kleinen  Menge  eines  braungelben  Farbstoffes  gereinigt  werden,  der
ihnen  hartnäckig  anhängt.  Man  löst  sie  zu  diesem  Zweck  in  siedendem ­
  Wasser  auf,  gibt  Thierkohle  hinzu,  und  filtrirt  nach  einiger  Zeit
die  siedende  Lösung  von  der  Kohle  ab.  Die  Krystalle  scheiden  sich
aus  der  Lösung  während  dem  Erkalten  aus.  Sie  besitzen  so  nur  einen
schwachen  Stich  in’s  Gelbe.  Unter  I.  ist  die  Analyse  so  gereinigter
Substanz  angegeben  die  mit  Salzsäure  aus  Äsculin  dargestellt
worden  war.  Unter  II.  findet  sich  die  Analyse  der  ebenso  gereinigten
Substanz,  mittelst  Schwefelsäure  aus  Äsculin  bereitet.
Die  Krystalle  dieser  Substanz,  die  wir  Äsculetin  nennen
wollen,  sind  sehr  schwer  im  Wasser  löslich,  selbst  kochendes  Wasser
löst  nur  kleine  Mengen,  die  sich  beim  Erkalten  aussoheiden,  in  Form
von  Nadeln  und  Blättchen,  die  grosse  Ähnlichkeit  mit  Benzoesäure
zeigen.  Auf  einem  Filler  gesammelt  und  getrocknet,  überziehen  sie
das  Papier  in  Form  einer  silberglänzenden  Haut,  die  sich  leicht  abheben ­
  lässt.  Das  Äsculetin  löst  sich  wenig  in  kaltem,  leicht  in  siedendem ­
  Weingeist  und  scheidet  sich  nach  dem  Erkalten  grossentheils
wieder  ab.  Es  besitzt  den  Charakter  einer  sehr  schwachen  Säure.
Wasser,  dem  etwas  Alkali  zugefügt  wurde,  löst  dasselbe  mit  Leichtigkeit ­
  auf.  Diese  Lösungen  sind  goldgelb  gefärbt,  auf  Zusatz  einer
Säure  verschwindet  die  Farbe  und  es  entsteht  ein  Niederschlag  des
            
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