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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Über  einige  Bitterstoffe.

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Der  ungelöste  Tlieil  ist  reines  Äsculin.  Aus  den  Mutterlaugen  kann
man  das  Äsculin,  das  sie  enthalten  gewinnen,  indem  man  den  Alkohol
abdestillirt,  das  Wasser  im  Wasserbade  abdunstet,  und  die  Rückstände
hinstellt.  Das  Äsculin  scheidet  sich  etwas  gefärbt  in  Krystallen  aus.
Das  reine  Äsculin  besitzt  eine  blendend  weisse  Farbe,  erscheint
in  Form  von  Prismen,  die  oft  kugelförmig  gruppirt  sind,  ist  bitter
und  geruchlos.  Man  findet  angegeben,  dass  das  Äsculin  durch  Metallsalze ­
  nicht  gefällt  werde.  Wir  fanden,  dass  dreibasisch  essigsaures
Bleioxyd  das  Äsculin  aus  der  wässerigen  Lösung  fällt.  Der  Niederschlag ­
  ist  blassgelblich,  und  zersetzt  sich  beim  Auswaschen  tlieil—
weise.  Im  Übrigen  fanden  wir  alle  von  Trommsdorff  über  die
Eigenschaften  des  Äsculin  gemachten  Angaben  bestätigt.
Das  Äsculin  wurde  von  Tromm  sdorff  analysirt,  der  aus  den
Resultaten  seiner  Analysen  die  Formel  C i0  H a  O l0  berechnete.
Die  Analysen,  die  wir  mit  dem  Äsculin  anstellten,  gaben  Zahlen,  die
mit  denen,  welche  Trommsdorff  fand,  sehr  nahe  übereinstimmen.
Trommsdorff  bemerkte,  dass  es  unmöglich  sei,  das  Atomgewicht
des  Äsculin  festzustellen,  da  es  keine  Verbindung  eingeht,  die  zu
solchen  Bestimmungen  geeignet  erscheinen.  Wir  haben  daher  auf
einem  andern  Wege  gesucht  diese  Bestimmung  auszuführen,  und  zu
diesem  Zwecke  die  Zersetzungsproducte  des  Äsculin  untersucht.
Die  Zersetzung,  welche  das  Äsculin  durch  die  Einwirkung  von
Mineralsäuren  erleidet,  scheint  zu  diesem  Zwecke  Anhaltspunkte  zu
geben.
Wird  Äsculin  mit  Salzsäure  oder  wenig  verdünnter  Schwefelsäure ­
  gekocht,  so  erhält  man  humusartige  Producte,  wie  sie  unter
ähnlichen  Verhältnissen  aus  Zucker  entstehen,  und  eine  kleine  Menge
von  glänzenden  Krystallen,  die  der  lmminartigen  Masse  beigemengt
sind.  Wendet  man  eine  verdünntere  Säure  an  und  wird  die  Temperatur ­
  nicht  bis  zur  Siedhitze  gesteigert,  so  erhält  man  bessere  Resultate. ­

Am  zweckmässigsten  wurde  folgende  Methode  befunden:  Man
übergiesst  Äsculin  mit  so  viel  Wasser  als  nothwendig  wäre,  um  in
der  Siedhitze  das  Äsculin  zu  lösen,  und  setzt  demselben  den  8.  Theil
(dem  Volumen  nach)  von  Schwefelsäurehydrat  zu.  Die  Schale  wird
mit  dieser  Mischung  auf  dem  Wasserbade  erwärmt.  Das  Äsculin  löst
sich  auf,  die  Flüssigkeit  färbt  sich  gelb,  und  nach  kurzer  Zeit  setzen
sich  nadelförmige  Krystalle  an  den  Wänden  der  Schale  ab,  deren
            
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