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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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Zippe.  Bericht

hältnisse  mit  denen  der  chemischen  Zusammensetzung.  Es  scheint,
dass  die  Naturgesetze,  welche  diesen  Verhältnissen  in  einer  Weise
zu  Grunde  liegen,  nach  welcher  sie  als  wechselseitig  von  einander, ­
  abhängig  betrachtet  werden  können,  nur  aus  der  Kenntniss
einer  sehr  grossen  Anzahl  krystallisirter  Substanzen  sich  werden
folgern  lassen.  Die  überwiegende  Mehrzahl  der  in  beiden  Richtungen, ­
  der  chemischen  und  morphologischen,  bekannten  krystallinischeri
  Substanzen  gehört  zu  den  unmittelbar  in  der  Natur  vorkommenden; ­
  es  sind  die  Mineralien  nach  der  engeren  Bedeutung
des  Wortes.  Aus  der  Kenntniss  der  krystallographischen  und  chemischen ­
  Verhältnisse  dieser  Körper  haben  sich  bisher  die  Verhältnisse
von  Isomorphismus  und  Dimorphismus  mancher  Substanzen  ergehen;
sie  sind  als  Theile  eines  in  allseitiger  Richtung  noch  nicht  bekannten ­
  Naturgesetzes,  welches  im  Zusammenhänge  von  Gestalt  und
chemischer  Zusammensetzung  waltet,  zu  betrachten.  Von  den  krystallisirten
  Producten  chemischer  Laboratorien,  welche  der  Zahl
nach  die  krystallisirten  Substanzen  des  Mineralreichs  weit  übertreffen
dürften,  ist  nach  ihren  Gestaltungsverhältnissen  nur  eine  Verhältnisse
mässig  geringe  Anzahl  bisher  untersucht  worden.  Es  ist  mit  Grund  zu
erwarten,  dass  durch  eine  umfassendere  Kenntniss  dieser  Körper,
deren  Bildung  durch  Zusammensetzung  in  unserer  Macht  steht,  sich
noch  Wichtiges  im  Gebiete  dieses  Gesetzes  werde  folgern  lassen,  da
das  bisher  Bekannte  sich  hauptsächlich  bei  Substanzen  ergeben  hat,
deren  chemische  Zusammensetzung  nur  durch  ihre  Zerstörung  erkannt
wird.
Obwohl,  wie  der  Akademie  bereits  bekannt  ist,  nur  Eine  Beantwortung ­
  der  gestellten  Preisfrage  eingesandt  wurde,  so  ergab  sich  hei
Durchsicht  und  Prüfung  derselben  dennoch  das  erfreuliche  Resultat,
dass  der  vorbemerkte  Hauptzweck  in  hohem  Masse  erreicht  wurde.
Es  wurde  in  der  Preisaufgabe  zur  Bedingung  gemacht,  dass
mindestens  25  verschiedene  Verbindungen,  deren  Krystallgestalten
entweder  noch  unbekannt  oder  bisher  falsch  angegeben  sind,  krystallographisch
  untersucht  werden  sollten.  Die  Angaben  müssen  ferner  die
wissenschaftliche  Begründung  der  Bestimmung  enthalten  und  durch
möglichst  genaue  und  richtig  ausgeführte  Zeichnungen  erläutert  sein.
Die  eingeschickte  Arbeit  umfasst  90  Substanzen,  nämlich  die
vollständige  krystallograpliische  Bestimmung  von  82  Verbindungen
und  die  nach  einer  Richtung  noch  unvollständige  von  8  anderen,
            
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