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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Bestimmung  des  Salpetergehaltes  im  Schiesspulver.

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Das  Anhängen  von  Luftbläschen  kommt  bei  Salpeterlösungen,
die  aus  Pulver  gewonnen  sind,  nicht  vor,  indem  die  Kohle  alle  Luft,
welche  aus  dem  Wasser  bei  der  Lösung  des  Salpeters  entweicht,
absorbirt.
Die  Bestimmungen  des  Salpetergehaltes.
Von  dem  klaren  Filtrate  einer  auf  obige  Weise  bereiteten  Pulverlösung ­
  werden  mit  einer  Saugpipette,  deren  Form  der  in  Fig.  I  abgebildeten ­
  gleicht,  deren  Volumen  jedoch  entsprechend  kleiner  ist,
172  Grammen  (d.  i.  4 / 5  der  ganzen  Lösung:  15  Grammen  Salpeter
-(-200  Grammen  Wasser  =215  Grammen)  aufgesaugt  und  in  das
Becherglas  Fig.  III  gebracht.
Der  Fehler,  welcher  hier  begangen  wird,  wenn  das  Pulver
mehr  oder  weniger  als  15  Grammen  Salpeter  enthält,  ist  ohne  Einfluss, ­
  da  das  Volumen  der  Lösung  für  die  Differenz  von  einigen  Procenten
  Salpeter  sich  nur  äusserst  wenig  ändert.
Das  Thermometer  wird  eingesenkt,  die  Normaltemperatur  hergestellt, ­
  der  Schwimmer  eingetaucht,  und  Probelösung  Nr.  1  oder  2
zugesetzt,  bis  die  Normaldichte  erreicht  ist.
Da  der  Salpetergehalt  in  20  Grammen  75  percentigen  Pulvers
15  Grammen  beträgt,  so  folgt  daraus,  dass  eine  Hinzugabe  oder  Hinwegnahme ­
  von  200  Millig.  Salpeter  den  Gehalt  in  der  ganzen  Lösung
um  i/ 75  steigern  oder  verringern  muss.  Da  jedoch  nur  */ 5  der  ganzen
Lösung  in  Untersuchung  gezogen  werden,  so  reichen  schon  160  Millig.
Salpeter  hin,  um  eine  Veränderung  von  1  Percent  zu  bewirken.
Die  Probelösung  Nr.  1  wird  erzeugt,  indem  20  Grammen  Salpeter ­
  mit  200  Grammen  Wasser  in  einer  der  Auflöseflaschen  übergossen ­
  und  die  vollständige  Lösung  durch  Schütteln  bewirkt  wird.
Die  Flasche  ist  mit  dem  Zeichen  —  (Minus)  zu  bezeichnen,  da  die
Zusätze  aus  selber  einen  Abgang  an  Salpeter  auf  den  normalen
Gehalt  von  75  Procent  anzeigen.
Ein  Theil  der  Probelösung  Nr.  1  kann  man  sich  zusammengesetzt
denken  aus  0-9772  Normallösung  und  0-0228  trockenen  Salpeter
Der  Zusatz  von  Normallösung  hat  keinen  Einfluss,  wenn  zu  Ende  die
ganze  Lösung  zu  Normallösung  wird,  es  kommen  bloss  die  0-0228
trockenen  Salpeter  in  Rechnung,  und  es  folgt  daraus,  dass  um  den
Salpetergehalt  der  172  Grammen  Lösung  um  1  Procent  zu  erhöhen,
oder  um  160  Millig.  trockenen  Salpeters  zuzusetzen,  q.^q  ==  7-017
Grammen  Probelösung  Nr.  1  zugefügt  werden  müssen.
            
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