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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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tJchatius.  Praktische  Methode  zur

gewagten  Quantität  im  Wasserbade,  kann  aber  bei  Übernahms-Untersuchungen, ­
  wo  es  sich  bloss  darum  handelt,  wieviel  Salpeter  in  dem
gelieferten  Pulver  —  so  wie  es  ist  —  enthalten  sei,  hinwegbleiben.
Jedenfalls  kann  aber  zur  Salpeter-Bestimmung  von  dem  in  der
Flasche  aufbewahrten  ungetrockneten  Pulver  genommen,  und  wenn
es  nöthig  ist,  der  Wassergehalt  in  Rechnung  gebracht  werden.
Von  jeder  Pulversorte  werden  zweimal  20  Grammen  in  einem
Porzellanschälchen  abgewogen,  und  mit  Hilfe  eines  Glastrichters  und
Haarpinsels  in  die  zur  Auflösung  bestimmten,  mit  eingeriebenen  Glasstöpseln ­
  versehenen  Flaschen  von  circa  1  Litre  Inhalt  gebracht.  Der
Zusatz  einer  hinlänglichen  Quantität  Bleischrotte  dient  zum  Zerkleinern ­
  der  Pulverkörner  beim  Schütteln,  und  fördert  hiedurch  sehr
die  vollkommene  Lösung  des  Salpeters.
Das  Wasser  ist  von  ein  und  demselben  Brunnen  zu  nehmen,
und  zwar  ist  immer  eine  grössere  Quantität  desselben  auf  ein  Mal  zu
schöpfen  und  in  verschlossenen  Flaschen  in  demselben  Lokale  aufzubewahren, ­
  wo  die  Untersuchung  vorgenommen  wird;  da  es  möglich
ist,  dass  das  Wasser  von  demselben  Brunnen,  jedoch  zu  verschiedenen ­
  Zeiten  geschöpft,  verschiedene  Dichte  hat.  —  Das  Abmessen
des  Wassers  nach  dem  Volumen  macht  nothwendig,  dass  auch  auf
seine  Temperatur  Rücksicht  genommen  werde;  •—  sie  soll  nicht  mehr
als  1  oder  2  Grade  entfernt  von  der  mittleren  Zimmer-Temperatur
14°  R.  liegen;  welches  sich  bei  dem  obigen  Vorgänge  von  selbst
ergibt.
Die  Form  der  Pipette,  wfelche,  wenn  sie  bis  zu  dem  Striche  a
vollgesaugt  ist,  200  Grammen  Wasser  fasst,  ist  in  Fig,  I  der  Tafel
zu  ersehen.  Man  bringt  dieses  Volumen  Wasser,  indem  man  die
obere  Öffnung  der  Pipette  mit  dem  befeuchteten  Zeigefinger  zuhält,
ohne  Verlust  auf  das  Pulver  in  den  Auflöse-Flaschen,  verstopft  dieselben ­
  gut,  und  schüttelt  sie  durch  8  Minuten.  —  Gut  ist  es,  wenn
10  bis  12  Flaschen  zu  Gebote  stehen,  welche  gleich  wie  sie  leer
werden,  immer  wieder  mit  Pulver  und  Wasser  beschickt  werden,  wo
dann  das  Pulver  mehrere  Stunden  lang  mit  dem  Wasser  in  Berührung
bleibt,  ehe  abfiltrirt  wird.  Um  Irrungen  vorzubeugen,  ist  es  rathsam
auf  jede  Flasche  einen  Zettel  aufzukleben,  auf  welchem  die  Nummer
der  eingefüllten  Pulvergattung  jedesmal  verzeichnet  ist.
Kurz  vor  der  Salpeterbestimmung  wird  die  Lösung  auf  ein  Filter ­
  aus  grauem  Löschpapier  ausgeleert,  so  das  nur  die  Bleisehrotte
            
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