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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

aus  den  Siebenbürgei*  Golderzen  zu  gewinnen.

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Der  Rückstand,  bestehend  aus  schwefelsaurem  Blei,  Gold,  Gyps
und  sonstiger  Bergart,  wurde  mit  dem  doppelten  Gewichte  einer
Mischung  gleicher  Theile  kohlensauren  Kali  und  Natron  eingeschmolzen, ­
  und  der  erhaltene  Regulus  auf  grossen  Capellen  abgetrieben, ­
  wodurch  ein  Goldkorn  von  nahe  2  Lotli  erhalten  wurde.
Nach  diesem  letzten  Versuche,  welcher  Aussicht  auf  Anwendung
im  Grossen  zuliess,  wurde,  ehe  noch  diese  Manipulation  eingeleitet ­
  ward,  ein  Versuch  mit  einer  kleineren  Quantität,  aber  mit
einem  viel  reineren  Materiale,  nämlich  mit  14 1 /»  Lotli  derbstem
Blättererze,  das  dem  gewöhnlichen  Schliche  besonders  beigegeben
war,  angestellt.
Versuch  9.
Das  Verfahren  war  dasselbe,  wie  bei  dem  vorhergehenden
Versuche;  die  Zersetzung  gelang  vollständig,  und  aus  dem  Rückstände ­
  wurde  1  Loth  Gold  oder  6-89  pCt.  der  angewandten  Menge
Erz  gewonnen.  Das  Tellur  wurde  durch  Zink  gefällt  und  wog  nach
dem  Trocknen  2  Loth  2 1 / 2  Quintei  oder  18-10  pCt.  Obgleich  nicht
erwartet  werden  konnte,  dass  die  mit  einer  Quantität  von  beinahe
i/ a  Pfund  Materiale  erhaltenen  Resultate,  mit  denen  einer  quantitativen ­
  analytischen  Bestimmung  der  Bestandtheile  des  Blättererzes
übereinstimmen  würden,  waren  sie  doch  in  gewisser  Beziehung  so
befi-iedigend  ausgefallen,  dass  mit  einer  grösseren  Sicherheit  an  die
Versuche  im  Grossen  gegangen  werden  konnte,
Zu  diesem  Ende  wurde  mir  mit  der  grössten  Bereitwilligkeit
von  dem  Vorstande  der  k.  k.  Hauptmünze,  Herrn  Regierungsrathe
Hassenbauer,  in  dem  zweckmässig  eingerichteten  Locale  der
Affiniranstalt,  eine  Abtheilung  darin  zur  Disposition  gestellt.  In  dem
daselbst  befindlichen  Goldscheidekessel  von  Gusseisen  und  3  Kubikschuhen
  Rauminhalt,  konnten  ganz  bequem  2ii  und  noch  mehr  Pfund
Schlich  auf  einmal  in  Arbeit  genommen  werden.
Die  sämmtlichen  Vorrichtungen  bestanden:
1.  In  diesem  Kessel,  welcher  mit  einem  bleiernen  Deckel  versehen ­
  war,  worin  zwei  Öffnungen  sich  befanden,  die  eine  als  Arbeitsloch, ­
  die  andere  für  eine  bleierne  Röhre,  welche  in  eine  Lutte  mündete,
die  mit  der  gut  ziehenden  Esse  in  Verbindung  stand,  durch  welche
das  im  Laufe  des  Processes  sich  entwickelnde  schwefligsaure  Gas
und  der  Schwefelsäuredampf  so  vollständig  fortgeführt  werden,  dass
man  während  der  Manipulation  davon  gar  nicht  belästigt  wird.  Der
            
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