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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

I

aus  den  Siebenbürger  Golderzen  zu  gewinnen.  729
Sehrifterz  und  Weissylvanerz,  24  Loth  Tellur  dargestellt  und  an
Gold  und  Silber  daraus  im  Wertlie  von  500  fl.  C.  M.  gewonnen.
Zugleich  erging  der  Auftrag  über  die  Ergebnisse  dieser  Versuche,
einen  Bericht  zu  erstatten.
Im  Jahre  1844  regte  Herr  Prof.  Schrott  er  diesen  Gegenstand ­
  wieder  an,  und  überreichte  dem  mont.  Hofkammer-Präsidium
ein  Promemoria,  worin  die  merkwürdigen  Eigenschaften  des  Tellurs
in  wissenschaftlicher  Beziehung  hervorgehoben  werden.  Zugleich
proponirte  Herr  Prof.  Sehr  öfter  eine  Darstellungsmethode,  die
sich  auch  zur  Anwendung  im  Grossen  eignen  würde,  und  erbot  sich
vor  Einleitung  derselben,  zur  Abführung  von  Versuchen  im  Kleinen,
mit  einer  zu  überlassenden  Partie  Erzschlich,  was  mit  dem  grössten
Danke  angenommen  wurde.  In  demselben  Jahre  erstattete  das  k.  k.
General-Prohiramt  seinen  Bericht  über  die  zur  Gewinnung  des  Tellurs ­
  abgeführten  Versuche,  die  zu  keinem  befriedigenden  Resultate
geführt  hatten,  und  in  Folge  dessen  der  k.  k.  Montan-Hofkammer  der
Vorschlag  unterbreitet  wurde,  in  Ermanglung  einer  praktischen  Darstellungsmethode ­
  und  um  das  Tellur  indessen  für  die  Zwecke  der
Wissenschaft  nicht  zu  verlieren,  den  reinsten  Schlich  von  Blättererz
als  dem  am  häufigsten  vorkommenden  Tellurerze  zum  Verkaufe  zu
bringen,  dabei  den  Gold-  und  Silberhalt  derselben  nach  der  Probe,
in  diesen  Metallen  von  den  Abnehmern  sich  vergüten  zu  lassen,  das
Tellur  aber  mit  keinem  Preise  zu  belegen,  sondern  in  Berücksichtigung ­
  des  Zweckes  dasselbefrei  zu  geben.  Dieser  Vorschlag,  der  Verkauf ­
  der  Tellurerzschliche  nämlich,  wurde  zwar  in  Hinsicht  der  aus
reichen  Erzen  durch  Zerstampfen  im  Mörser  und  Ausziehen  auf  dem
Sichertroge  gewonnenen  Schliche  gut  geheissen;  allein  es  wurde
dagegen  eingewendet,  dass  für  die  armen  Erze,  deren  Aufbereitung
in  den  gewöhnlichen  Pochwerkstätten  geschehen  müsste,  ein  empfindlicher ­
  Verlust  an  edlen  Metallen  zu  besorgen  sein  würde,
c  Die  damalige  k.  k.  Central-Bergbau-Direction  beantragte  demnach, ­
  die  Tellurerze  in  einem  mit  Condensationskammern  versehenen
Ofen,  ähnlich  den  Arseniköfen  zu  Reichenstein  zu  verrosten,  und
hierbei  ohne  Gefahr  für  den  Inhalt  an  edlen  Metallen  —  tellurige
Säure,  obwohl  mit  den  Oxyden  der  übrigen  flüchtigen  Körper  verunreinigt, ­
  zu  gewinnen.  Ob  dies  Product  dann  unmittelbar  zum  Verkaufe ­
  hätte  bestimmt  sein,  oder  aus  demselben  erst  dann  weiter  das
Tellur  hätte  dargestellt  werden  sollen,  würde  sich  erst  später  gezeigt
            
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