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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Löwe.  Versuche  um  das  Tellur  im  Grossen  zu  gewinnen.  727

Vorträge.
Versuche  um  das  Tellur  im  Grossen  aus  den  Siebenbürger
Golderzen  zu  gewinnen.
Von  dem  c.  M.  Alexander  Löwe,
k.  k.  General-Land-  und  Hauptmünzprobirer.
Zum  grossen  Leidwesen  aller  Chemiker,  wird  der  gleich  interessante ­
  wie  seltene  Körper,  das  Tellur,  dessen  häufigstes  und
reichhaltigstes  Vorkommen  auf  die  Siebenbürger  goldhaltigen  Tellurerze ­
  beschränkt  ist  —  in  die  Luft  gejagt,  nachdem  der  bisher  zur
Gewinnung  des  Goldes  eingeführte  Hüttenprocess,  hinsichtlich  der
gleichzeitigen  Gewinnung  des  Tellurs,  keinen  entsprechenden  Ausweg ­
  gestattete.
Seit  beiläufig  100  Jahren  und  darüber,  dürfte  auf  diese
Weise,  vielleicht  mit  einigen  Abänderungen  im  Hüttenprocesse  mani-,J
 ,  pulirt  werden,  und  die  Thatsache  der  Verflüchtigung  des  Tellurs  somit
hinreichend  constatirt  worden  sein.
Es  sei  mir  erlaubt,  hier  einige  Daten  in  Hinsicht  des  gegenwärtigen ­
  Vorkommens  dieser  Tellurerze,  der  Reichhaltigkeit  derselben ­
  und  des  hüttenmännischen  Verfahrens  mitzutheilen,  welche  ich
der  Gefälligkeit  des  Herrn  Hüttenverwalters  Friedrich  Ölberg
zu  Zalathna  verdanke.
Es  werden  nämlich  zu  Zalathna,  wo  sich  jene  Hütte  zur  Verschmelzung ­
  der  Tellurerze  befindet,  in  einem  Jahre  durchschnittlich
eingelöst  -—  von  Nagyäg  1000—1200  Ctr.  Erze  mit  einem  göldischen
  Silberhalte  von  4—5  Loth  im  Ctr.,  und  130—140  Denär  oder
12  —  13  Karat  Goldfeinhalt;  ferner  10—11  Ctr.  Erze  von  einem
^  Halte  von  140  Loth  an  göldischem  Silber  pr.  Ctr.,  und  160—170
Denär,  d.  i.  IS—16  Karat  an  Gold  in  der  Probirmark.
Der  zu  Zalathna  gegenwärtig  in  Ausübung  stehende  Hüttenprocess ­
  besteht  in  der  Arm-  und  Reichverbleiung,  nebst  den  damit  zusammenhängenden ­
  Nebenarbeiten.  Von  den  oben  angeführten  zur  Einlösung ­
  kommenden  Erzen,  werden  die  ersteren,  d.  i.  die  ärmeren
Erze  in  geschlossenem  Raume  verrostet,  und  so  vorbereitet  gleich
der  Reichverbleiung  zugetheilt.  Dabei  wird  auf  die  Mitverschmel-.


            
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