Über Chile.
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Arbeiten zu versehen, welche aber unerlässlich waren, wenn nicht
das mit Mühe Erworbene wieder verloren gehen sollte. Und Alles
dies öfters Tage lang unter freiem Himmel!
Ich habe zwei Echinodermen, etwa 10 Species von Mollusken,
Insecten an 100 Arten, 6 Krebse und eben so eine Anzahl von Am-(
phibien mitgebracht. Von Vögeln 70 und etliche Arten, Säugethiere
hingegen nur 7 Species. Die Fauna von Chile ist in allen Theilen
des Landes eine geringe zu nennen, und bloss in ornithologischer
Hinsicht einigermassen genügend vertreten.
Ich weiss nicht, welche Theorie gegenwärtig die herrschende
ist in Betreff der allmählichen Bevölkerung eines neu entstandenen
Landes mit Thieren. Aber ich kann mich nicht von der Idee trennen,
dass die spärliche Fauna von Chile Zeugschaft gibt von der Jugend
des Landes.
Selbst in den dichten Wäldern von Valdivia werden nur wenige
Insecten gefunden, und etwa 15 Individuen ist schon eine reiche
Beute zu nennen für die Mühe eines Tages. Ich muss hierbei bemerken,
dass ich mich auf den Fang dieser Tliiere ziemlich gut ver-8,
stehe und die Orte kenne, wo sie zu suchen sind. Aber sicher hätte
ich in jedem deutschen Walde eine zehnfach grössere Ausbeute gewonnen,
als eben dort, wo die Verhältnisse scheinbar so günstig
auftreten.
Die Anzahl der Land- und Süsswasser-Schnecken ist ebenfalls
gering, sowohl an Arten als an Individuen. Ehen so ist es mit Amphibien,
und auch die Säugethiere sind gering vertreten.
Vögel hingegen sind in ziemlicher Anzahl vorhanden. Unwillkürlich
drängt sich mir aber der Gedanke auf, dass, während die
hohe Kette der Anden eine unübersteigliche Scheidewand bildet für
viele Säugethiere, die meisten Insecten und wohl fast für alle Mollusken
und Amphibien, sie leicht, oder doch wenigstens verhältnissmässig
wenig Schwierigkeit der Einwanderung der Vögel entgegensetzt.
Es ist schlüsslich noch der menschlichen Bevölkerung Chile’s zu
gedenken. Sie besteht der Masse nach aus den Abkömmlingen der
Spanier, welche jene Länder einst in Besitz genommen haben, und ist
wohl auch gemengt mit Abkömmlingen der Indianer. Letztere sind,
mit Ausnahme der Araukaner, verschwunden, bis vielleicht auf wenige,
nomadenartig in den niederen Theilen der Anden lebende.