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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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B  i  b  r  a.

als  Anflug  an  mehreren  geognostischen  Stufen  unweit  der  Küste,
auch  in  Chile  Atakamit  gefunden,  wenn  gleich  in  geringer  Menge.
Kohlensaures  Kupfer  fand  ich  nie  an  der  Küste,  andererseits  habe  ich
in  allen  Kupferstufen,  welche  ich  weiter  aus  dem  Innern  oder  von
den  Cordilleren  gewann,  nie  Atakamit  gefunden.  Eine  Wechselwirkung ­
  mit  dem  Chlorgehalte  des  Seewassers  scheint  hier  nahe  zu  4
liegen,  und  ich  habe  wohl  an  das  Emporsteigen  der  Gänge  im  feurigflüssigen ­
  Zustande  und  an  Einwirkung  von  zersetztem  Meereswasser ­
  Theorien  zu  knüpfen  gesucht.  Aber  die  Andeskette,  die  keinen
Atakamit  führt,  wenigstens  wurde  dort,  so  viel  ich  weiss,  noch  keiner ­
  gefunden,  stieg  doch  auch  und  ohne  Zweifel  ebenfalls  feurigflüssig ­
  aus  dem  Meere.
Indessen  ist  hier  nicht  der  Ort,  hierauf  weiter  einzugehen.
In  Betreff  der  meteorologischen  Erscheinungen,  welche  Chile
bietet,  habeich  in  der  grösseren  Abhandlung,  aus  welcher  in  diesen
Zeilen  nur  kurze  Mittheilungen  gegeben  werden  sollen,  entwickelt,
was  ich  theils  während  meines  Aufenthaltes  selbst  beobachten  konnte,
theils  auch,  was  ich  aus  sicheren  Quellen  von  zuverlässigen  Gewährsmännern ­
  erfahren  habe.  ^
Ich  habe  der  Temperatur  erwähnt,  des  Luftdruckes  und  der  herrschenden ­
  Winde,  der  meteorischen  Wasser  und  der  Gewitter.
Wenn  vielleicht  einige  der  Wissenschaft  förderliche  Resultate
im  strengeren  Sinne  aus  jenen  Notizen  gezogen  werden  können,  so
muss  dies  durch  eine  Übersicht  desselben  seihst  geschehen.  Ich
selbst  möchte  nur  den  Satz  aufstellen,  dass  das  Klima  Chile’s  zu  den
glücklichsten  gerechnet  werden  kann  und  dass  in  Folge  dieser  günstigen ­
  klimatischen  Verhältnisse  nur  wenige  Krankheitsformen
daselbst  auftreten.
Hervorzuheben  ist  vielleicht  der  Wassermangel,  welcher  in
Hinsicht  auf  den  Feldbau  nur  durch  Wässerung  ersetzt  werden
kann.
Die  geringe  Regenmenge,  welche  in  den  Monaten  der  Regenzeit ­
  fällt,  reicht  nicht  aus,  um  den  Pflanzen  das  riöthige  Wasser  zu
gehen,  und  so  trifft  sich  Pflanzenwuchs  nur  in  Gegenden,  wo  Tliau
fällt,  in  solchen  welche  von  Flüssen  bewässert  werden,  oderau
Orten  welche  der  Sonne  nicht  allzusehr  ausgesetzt  sind.  Der  Bau
der  Feldfrüchte  wird  in  den  meisten  Fällen  durch  künstliche  Bewässerung ­
  betrieben.  So  mag  es  aber  sein,  dass  dies  grossen  Theil
            
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