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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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B  i  b  r  a.

werfen  konnte,  beide  gehören  offenbar  zu  den  eben  besprochenen
Gebilden,  nur  sind  sie  massiger,  grösser.
Weiter  gegen  das  Innere  nehmen  diese  vulcanisclien  Durchbrüche ­
  zu.  Als  porphyrische  Kegelberge  treten  sie  z.  B.  bei  Santjago
auf,  und  in  der  Kette  der  Anden  endlich  sind  die  granitischen  Formen
verschwunden  oder  werden  nur  als  fragmentarische  Reste  getroffen,
eingeschlossen  in  vulcanisclien  Teig,  zertrümmert,  verändert  und  untergegangen ­
  in  den  gigantischen  Massen  der  Cordilleren.
Mächtige  Ablagerungen  von  Geröll  und  von  Geschieben  aller
Art  werden  an  vielen  Stellen  in  Chile  getroffen  und  oft  dort,  wo  man
auf  den  ersten  Blick  nicht  wohl  ihr  Dasein  zu  erklären  vermag.  Indessen ­
  lässt  sich  bei  einigem  Nachdenken  diese  Erscheinung  wohl  erklären, ­
  vielleicht  auch  eine  annehmbare  Theorie  aufstellen  über  die
Reihenfolge  der  Vorgänge,  welche  das  Entstehen  oder  zu  Tage  gehen
der  oben  erwähnten  Gesteine  bedingte.
Wohl  war  durch  eine  jener  gewaltigen  vulcanisclien  Revolutionen,
für  welche  wir  gegenwärtig  keinen  Massstab  mehr  haben,  eine
mächtige  Spalte  in  der  Erdrinde  entstanden,  längs  der  Stelle,  welche
gegenwärtig  die  Andeskette  einnimmt.  Sie  wurde  ausgefüllt  durch  das
aus  ihr  emporgestiegene  Gebirge,  und  das  Flachland  von  Chile  und
die  anderen  Lande  der  Westküste  folgten.  So  aber  wurde  der  Meeresgrund ­
  gehoben,  jene  erwähnten  versteinerungsführenden  Schichten,
unterteuft  vom  ersten  Producte  der  Erhärtung,  der  Erstarrung  der
Erdrinde,  der  granitischen  Reihe.  Unterirdische,  fortwährend  thätige
vulcanische  Reactionen  aber  erzeugten  jene  Masse  der  Gangbildungen
und  Spaltenausfüllungen,  welche  allenthalben  in  der  Granitrinde  getroffen ­
  werden,  und  eben  so  die  erwähnten  vulcanisclien  Kegel  der
Küste.
Ruhe  musste  nach  längerer  oder  kürzerer  Zeit  eingetreten  sein
unddieGipfel  desneu  entstandenen  Gebirges  bedeckten  sich  mit  Schnee
und  Gletschern,  und  dies  sicher  rascher  als  es  gegenwärtig  geschehen
würde,  wenn  man  die  Thätigkeit  der  Vulcane  bedenkt,  von  welcher
ein  grosser  Theil  jetzt  erloschen  ist,  aber  durch  deren  zu  jener  Zeit
fortwährende  Action  sich  die  Wolkenmasse  in  Nähe  des  Gebirges  häufte,
und  mithin  auch  die  Menge  der  meteorischen  Niederschläge.  Nichts
aber  ist  denkbarer,  als  dass  in  gewissen  Perioden  sich  die  vulcanische
Thätigkeit  auf  grössere  Strecken  der  Reihe  hin  erhöhte,  dass  der
gefallene  Schnee  in  Folge  dessen  rasch  schmolz,  und  die  dadurch
            
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