Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

718

B  i  b  r  a.

Wechselnd  aber  mit  den  Breitegraden  ist  der  Typus  jener  Ebene
ein  höchst  verschiedener.  Glühender  Sand,  steile  Felsen,  Wasserund
  Regenlosigkeit,  Mangel  der  Flora  und  Fauna,  geben  dem  heissen
Norden  das  Gepräge  einer  Wüste,  während  im  gemässigten  Süden
sich  die  lieblichste  Landschaft  entfaltet,  fruchtbar  und  romantisch
zugleich,  glücklich  in  jeder  Beziehung.
Die  Übergänge  jener  beiden  bezeichneten  Type  bieten  beiden
Formen;  so  um  Valparaiso,  wo  in  den  bewässerten  Schluchten  mächtige ­
  Palmen  getroffen  werden,  und  man  sich  nicht  selten  mit  dem  Messer ­
  einen  Weg  bahnen  muss  durch  üppig  wuchernde  Schlingpflanzen,
während  eine  kurze  Strecke  aufwärts  alle  Vegetation  aufhört  und
brauner  thoniger  Boden,  zerspalten  durch  eine  glühende  Sonne,  weite
Flächen  bildet.
Es  ist  schwierig,  ein  detaillirte  Beschreibung  einzelner  geognostiseher
  Formen  von  Chile  zu  geben.  Die  gigantischen  Massen  der
hohen  Cordilleren  zum  Beispiel  würden  an  vielen  Stellen  dem  eifrigsten ­
  Forscher  jahrelange  fortwährende  Beschäftigung  geben,  wollte
er  nur  für  den  Umkreis  einer  Stunde  die  speciellere  Entwickelung
ihrer  Formen  studiren.  Nicht  mindere  Schwierigkeiten  bietet  das
Flachland.  Aber  während  Letzteres  nur  wenig  aufgeschlossen  ist,  bieten ­
  in  den  Anden  die  zugänglichen  Schluchten  und  Durchschnitte  eine
solche  Mannigfaltigkeit  und  überraschen  auf  ganz  kurze  Strecken
hin  uns  mit  so  verworrenen  Bildungen,  dass  es  oft  unmöglich  scheint,
sich  ein  klares  Bild  zu  schaffen.
In  jener  grösseren  Abhandlung  habe  ich  indessen  doch  versucht, ­
  Schilderungen  geognostischer  Verhältnisse  zu  geben,  wo  mir
solche  klar  geworden,  und  mitgenommene  Handstücke  so  wie  Durchschnittszeichnungen ­
  haben  diese  Arbeit  erleichtert.  Der  Raum  aber,
welcher  für  gegenwärtige  Zeilen  geboten  ist,  erlaubt  nur  eine  kurze
Andeutung,  und  so  muss  ich  mich  darauf  beschränken,  den  allgemeinen ­
  Eindruck,  welchen  Chile  und  ein  Theil  der  Westküste  in  geognostischer ­
  Beziehung  hervorruft,  zu  schildern.
Ohne  Zweifel  bestand  schon  längst  der  grössere  Theil  des  Festlandes ­
  von  Süd-America,  die  Ostküste  bis  an  die  Gegend  der  Anden
ehe  durch  einen  jener  gewaltigen  Vorgänge,  welche  wir  vielleicht  besser ­
  ahnen  als  definiren  können,  auch  die  Westküste  gehoben  wurde.
Stellenweise  vielleicht,  dies  scheint  durch  einzelne  Becken  mit  tertiären ­
  Ablagerungen  angedeutet,  und  wohl  auch  die  Südspitze  von
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.