Ober einige noch nicht beschriebene Pseudomorphosen.
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Auf einzelnen der Afterkrystalle findet man auch etwas Magneteisen
aufgewachsen, das aber fester damit zusammenhängt und,
gewaltsam losgebrochen, eine Vertiefung hinterlässt. Es scheint
daher auf den Granatkrystallen schon vor ihrer Umwandlung vorhanden
gewesen zu sein.
Während bei den aufgewachsenen Granatkrystallen die Verdrängung
der Substanz durch Kalkspath von aussen nach innen vor
sich ging, scheint sie dagegen bei den eingewachsenen Granatkrystallen
die entgegengesetzte Richtung befolgt zu haben. Wenigstens
findet man in ihrer Mitte merkwürdiger Weise einen aus körnigem
theilbarem Kalkspath bestehenden Kern von verschiedener Grösse.
4. Granat nach Kalkspath.
Während in dem vorerwähntenFalle der Granat allmählich durch
Kalkspath verdrängt und ersetzt wurde, so findet mitunter auch der
entgegengesetzte Process statt, indem Granat die regelmässige Form
von Kalkspath, an dessen Stelle er tritt, einnimmt. Ein sehr schönes
Beispiel davon sah ich ebenfalls in der fürstlich Lobkowitz’schen
Sammlung zu Bilin. An dem daselbst befindlichen Handstücke sind
mehrere 1 */ 2 •—2 Zoll grosse, flache, rhomboedrische Krystalle
(ß —1. ß, ersteres sehr vorherrschend) mit einander verwachsen,
eine Form, die, wie es auch die mit dem Anlegegoniometer vorgenommenen
ohngefähren Messungen darthun, offenbar dem Kalkspath
entnommen ist. Die Krystalle sind äusserlich röthliehgrau, ziemlich
eben und scharfkantig. Dem bewaffneten Auge zeigen sie jedoch ein
dichtes, unregelmässiges Netzwerk feiner Runzeln, welche glatt und
firnissartig glänzend, wie geflossen erscheinen. Im Innern bestehen
sie aus rothbraunem körnigem Granat, der nur hin und wieder etwas
porös erscheint. An einzelnen Stellen ist ebenfalls veränderter grünlichgrauer
Skapolith in die Granatmasse eingewachsen.
Auch auf der Aussenfläche der Pseudomorphosen sitzen einige
bis 1" grosse Skapolithkrystalle, die theils ebenflächig, scharfkantig
sind, deutlich die Form: P -j- oo . [P -)- oo] an sich tragen und
im Innern von unverändertem, schwärzlichgrünem Skapolith zusammengesetzt
werden, theils aber auch sehr uneben, löcherig, grünlichgrau
oder grünlichweiss, fettig glänzend, wie geflossen erscheinen.
Einige umschliessen noch einen frischen, dunkelfarbigen Kern,
andere sind ganz in eine grünlichgraue, weiche, mitunter poröse
Masse, die vor dem Löthroln-e bei starkem Feuer unter Schäumen
Sitzb. d. mathem.-naturw. CI. X. Bd. I. Hft.
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